Gewitter und Eisregen in Kappadokien im Juni

In Kappadokien ist die Klimaerwärmung angekommen

 

 

Das kontinentale Klima in Kappadokien zeichnete sich bislang durch harte, kalte Winter und heiße, trockene Sommer aus.

 

Noch 1950 erzählten Reiseberichte aus Kappadokien vom „Ewigen Eis“ des fast 4000er Vulkans Erciyes Dağı.  Und 1969 sollen die Temperaturen im Sommer +38°C nicht überschritten und im Winter bis zu -25°C geherrscht haben mit hoch Schnee.

 

Dieses scheint nun einer anderen Klimaperiode anzugehören.

 

Das „ewige“ Eis vom Erciyes ist seit einigen Jahren jeden August verschwunden und letzten Sommer hatte Kappadokien Hitzerekorde von + 45°C zu melden.

Schnee gibt es nur noch manchmal und die Winter sind inzwischen eher „frühlingshaft“ mild mit noch vor 40 Jahren unvorstellbaren 15-20°C plus.

Dafür gibt es mehr Regen in Kappadokien, das bisher als sehr trocken galt. Im Mai 2009 gab es in der ganzen Türkei Regenmassen wie noch nie. Auch Kappadokien versank im Tuff-Schlamm und war ungewöhnlich grün für die Jahreszeit. Es blühte wie es die Einheimischen zu Lebzeiten im Mai noch nicht gesehen hatten.

Das wiederholte sich 2011. Temperaturen von nur + 15°C tagsüber und einer dichter Wolkendecke sowie immerwieder starke Regenfällen ließen deutsche Urlauber an das heimische Mai-Wetter erinnern. In Deutschland dagegen war es ungewöhnlich trocken – verkehrte Welt! Der Juni, normalerweise schon sehr heiß mit über + 30°C und absolut regenfrei war zwar freundlicher als der Mai mit + 25°C, aber heftige Gewitterschauer brachten so manchen Wanderer in den schönen kappadokischen Schluchten in Katastrophenstimmung. Glücklicherweise bietet Kappadokien überall Unterstände inform von Höhlen und unter bröselnden Tuffsteinüberhängen bot sich dem Naturliebhaber ein wahres Naturschauspiel:   Täler und Straßen Kappadokiens verwandelten sich in reißende Ströme, die ganze Gesteinsbrocken mit sich schleppten, tieferliegende Höhlen füllten sich mit Wasser und bereits von der Erosion stark beschädigte Mauern und Felsenreste wurden einfach mitgerissen. Höhepunkt dieser Gewitterwelle im Juni war schließlich der infernale Wolkenbruch am 13.Juni, der halb Anatolien überflutete. Kein Haus, was nicht einen Wasserschaden meldete. Und in einer Zeit, in der die Kappadokier normalerweise bereits unter der brennend-heißen Sonne zu stöhnen beginnen, fiel Eis vom Himmel, Graupelschauer.  Welcher enorme Schaden freiliegende Fresken und antike Ruinen im Weltkulturerbe genommen haben, mag keiner schätzen.

Welchen Sommer wir in Kappadokien erwarten dürfen, auch nicht! Man munkelt, der würde dieses Jahr wohl ausfallen oder auf den Winter verschoben werden.

 

Wir werden weiter berichten!

Susanne Oberheu & Michael Wadenpohl

www.kappadokya-travel.com 

Juli 2011 …. der Sommer hat in Kappadokien wie gewohnt Einzug gehalten. Durch die Hitze von weit über 30°C sind nun “endlich” und wie wir das seit Jahrzehnten nicht anders kennen, die schönen Hänge und sanften Hügel Kappadokiens wüstenhaft gelb geworden, die letzte wilde Blume ist vertrocknet, außer noch in manchen schattigen Tälern. Und die Kappadokier ziehen sich in ihre kühlen Höhlen zurück…. bis zum Abend. Die Nächte sind nun wunderbar lau-warm und der immer seichte Wind, der über die anatolische Höhenplatte streicht, streichelt die Haut. Die Luft ist trocken und angenehm. So kennen wir das und so soll es sein im Juli. Ein letztes großes Gewitter vor ein paar Tagen war noch einmal Segen für die kappadokischen Bauern. Aber nun haben wir Sonne pur! Susanne Oberheu:   www.kappadokya-travel.com

Siehe auch türkischen Wetterdienst für Kappadokien / Nevsehir:

http://www.mgm.gov.tr/de-DE/forecast-cities.aspx?m=NEVSEHIR

 

 

 

 

 

 

 

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Datum: Sonntag, 26. Juni 2011 11:35
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