Töpfern am Roten Fluss

 

Ein großes Töpferdenkmal am zentralen Platz von Avanos zeigt dem Besucher, dass er in einer der kreativsten Orte Kappadokiens gelandet ist

Ein großes Töpferdenkmal am zentralen Platz von Avanos zeigt dem Besucher, dass er in einer der kreativsten Orte Kappadokiens gelandet ist

Ein Spaziergang durch den alten Töpferort Avanos:

Erdogan Gülec bei der Vorlage zu einem Wandrelief aus Ton

Erdogan Gülec bei der Vorlage zu einem Wandrelief aus Ton

Erdogan Gülec steht vor einer Holztafel und modelliert Unmengen von Ton zu einem Relief. Leise anatolische Gitarrenmusik schwebt durch den Raum und vermischt sich mit dem Duft dampfenden Tees und irdenen Tones. Er hat wieder einen neuen Auftrag erhalten. Vor ihm liegt aufgeschlagen ein Buch über antike Mosaiken in Kleinasien. Im Maßstab 1:1 hat ein Hotelier aus Istanbul diese Kopie zur Verschönerung seiner Rezeption bestellt. Erdogan war einer der ersten hier in Avanos, die mit der Herstellung großflächiger Wandreliefs nach historischem Vorbild begannen. Mittlerweile ist sein Name in der ganzen Türkei bekannt, nur Touristen verirren sich selten in sein altes Tuffsteinhaus oberhalb der Altstadt.

 

 

 

Man weiß, dass bereits die Hethiter etwa 1500 v.Chr. am Roten Fluss siedelten, und aus dessen tonhaltigen Ablagerungen hochwertige Töpferwaren herstellten. Noch heute gelten die komplizierten Schnabelkannen aus jener Zeit zu den schwierigsten Drehformen des Töpferhandwerkes.

Mehmet Ikizler bei der schwierigen Erstellung einer hethitischen Schnabelkann

Mehmet Ikizler bei der schwierigen Erstellung einer hethitischen Schnabelkanne

Seit über 3000 Jahren werden in den Höhlen und Tuffsteinhäusern entlang des Flusses diese Kenntnisse und Fähigkeiten des Töpferns von einer Generation an die nächste weitergegeben. Noch vor 20 Jahren gab es in Avanos über 300 Töpferfamilien, in denen jeder männliche Nachkomme das Handwerk lernen musste. Die industrielle Fertigung hat viele Familien arbeitslos gemacht und so findet man heute noch vielleicht hundert Töpfer, die mehr schlecht als recht ihren Lebensunterhalt mit Gebrauchskeramik oder Souvenirs für den Tourismus verdienen. Aber auch  einige wenige beliefern Europa und Amerika mit Gartenkeramik und bauen sich so eine größere Manufaktur auf.

 

 

 

 Aus einigen Töpfern sind aber auch inzwischen international anerkannte Künstler geworden und sogar ausländische Keramiker haben sich in einigen dieser Höhlen niedergelassen: da arbeiten deutsche, englische, kanadische, niederländische, japanische und türkische Töpfer und Töpferinnen Seite an Seite. Weltweit bestehen Verbindungen zu anderen Töpfereien und Kunstkeramikern. 

Susanne Oberheu zeigt ihren Gästen wie es geht

Susanne Oberheu ist in Deutschland ausgebildete Keramikerin. Hier zeigt sie ihren Gästen, wie es geht. Von der Meisterschaft eines Avanos-Töpfers ist sie aber weit entfernt!

 

Auch als Tourist kann man hier

die Grundkenntnisse der Töpferei erlernen,

tuerkei-kappadokien-toepfer-meister-goekan-kreativ-reise-avanosbzw. können fortgeschrittene Töpfer zu

neuer Inspiration und echtem Können gelangen.

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Töpfermeister Gökan  liefert inzwischen bis nach Amerika Avanos-Keramiken … ……………und der Nachwuchs wird schon angelernt!

Susanne Oberheu, Michael Wadenpohl

www.kappadokya-travel.com 

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Datum: Samstag, 21. Februar 2009 18:20
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