Keine Angst vorm Teppichkauf

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Wie betrete ich ein Teppichgeschäft,

ohne den listigen Methoden gewiefter Teppichhändler ausgeliefert zu sein?

6 Regeln!

 

 

1. Regel:

Vergessen Sie Ihre Anonymität!

Niemand kann sich oder seine Absichten vor Teppichhändlern verstecken.

Teppichhändler sind die besten Psychologen und wissen schon über Sie Bescheid, da wissen Sie noch gar nicht, ob Sie den Laden überhaupt betreten wollen. Schon vor der Tür gehen Sie eine Beziehung zum Teppichhändler ein. Umso offener und direkter Sie auftreten, desto mehr fühlt sich ein Teppichhändler an seiner Ehre gepackt. Seien Sie Sie selbst!

 

2. Regel:

Glauben Sie nicht, einem Teppichhändler etwas vormachen zu können!

Wenn er Sie sieht, kennt er Ihre Schuhgröße, Ihre Nationalität, oft auch Ihren Beruf und vor allem hat er eine klare Vorstellung von Ihrem Bankkonto, egal was Sie beteuern oder beschwören. Außerdem sind die meisten Teppichhändler sehr gebildet, sprechen mehrere Sprachen, haben oft studiert und sind viel gereist und kennen die Kultur ihrer Kunden. Wenn Sie sein Teppichgeschäft betreten, ist er Ihnen weit überlegen. Benutzen Sie sein Wissen, quetschen Sie ihn aus!

 

3. Regel: 

Seien Sie freundlich!

Desto abweisender und unfreundlicher Sie sind, umso mehr zieht Sie der Teppichhändler über den Tisch, ohne dass Sie es merken. Oder er zeigt Ihnen nur wertlose Ware, die Sie in jedem heimischen Kaufhaus kriegen könnten. Gute und wirklich schöne Teppiche zu kaufen, setzt ein Vertrauensverhältnis zwischen Käufer und Verkäufer voraus. Und lassen Sie sich ruhig in die traumhafte Welt der Teppichkunst einführen.

 

4. Regel:

Lassen Sie sich nicht erpressen!

Selbst nach 4 Stunden Teppich-Vorführung, 100 gezeigten Teppichen, Unmengen von Tee und Wein und einer großartigen Beköstigung, trauen Sie nur ihrem Bauchgefühl für einen Teppich! Können Sie sich nicht entscheiden, dann gehen Sie einfach. Sie sind moralisch an kein Geschäft gebunden. Und wenn der freundliche Teppichhändler Sie dann noch abends zum Essen oder in sein Haus einlädt, sagen Sie ruhig zu, aber kaufen Sie keinen Teppich, wenn er Ihnen nicht gefällt.

 

5. Regel:

Kaufen Sie nur Teppiche, in die Sie sich wirklich verliebt haben!

Hand gewebte und geknüpfte Teppiche sind ein Traum, echte Unikate und wahre Kunstwerke, die jede Wohnung verschönern. Die Türkei ist berühmt für ihre Teppiche. Wirklich schöne und gute Handarbeiten aus Privatbesitz und nicht aus der Manufaktur werden immer seltener, da die junge türkische Frau inzwischen andere Interessen hat, als jahrelang zuhause vor einem Webstuhl zu hocken. Deshalb lohnt sich immer der Gang in ein Teppichgeschäft, besonders in Kappadokien. Lassen Sie sich die schönen Stücke in Ruhe zeigen, schwelgen Sie, trinken dazu Tee oder auch mal einen Rakı und genießen Sie die Vielfalt dieser Handarbeiten. Und irgendwann erscheint dann der Teppich Ihres Lebens vor Ihren Augen. Lassen Sie sich ganz offen von dem erfahrenen Händler beraten, aber nie erpressen. Kaufen Sie nur, wenn Sie ohne diesen Teppich den Laden nicht mehr verlassen wollen.

 

6. Regel:

Preisverhandlungen sind ein Muss!

Desto distinguierter Sie auftreten, umso teurer wird der Teppich. Der Preis eines Teppichs entscheidet sich oft nach dem Käufer und nicht nach dem Produkt. Setzen Sie sich eine feste Preis-Obergrenze und dann verhandeln Sie: 20% Preisnachlass sind mindestens drin. Aber kaufen Sie keinen Teppich als Wertanlage, da Sie den wirklichen Marktwert meistens nicht kennen können. Dazu bräuchten Sie ein unabhängiges Wertgutachten. Teppichhändler halten sich nicht an tatsächliche Marktwerte: 1000 % Gewinn ist keine Seltenheit.

Lassen Sie sich Zeit bei Ihren Entscheidungen.

Bei Kauf erhalten Sie schließlich ein Zertifikat für Ihre Hausrat-Versicherung. Das bedeutet aber nicht, dass der genannte Betrag darin auch in etwa dem wirklichen Wert entspricht. Das garantiert Ihnen ohne Wertgutachten keiner. Umtauschrecht gibt es in der Türkei nicht; ein Gesetz gegen Wucherei auch nicht! Und noch ein wichtiger Hinweis: In Kappadokien gibt es außer die kleinen als Familienbetrieb geführte Teppichläden auch große Verkaufshallen, in denen bis zu 100 Teppichhändler und eine unbegrenzte Auswahl an Teppichen auf die Bus-Touristen warten. Da diese meistens keine Preisvergleiche anstellen können, sind hier die Teppiche wesentlich teurer als in den kleinen Läden. Dies hat zur Folge, dass die kleinen Teppichhändler ihre Kunden lieber in die großen Verkaufshallen “schleppen”, als eigene Teppiche zu verkaufen; die Provision, die sie dort bekommen überschreitet sogar die Gewinnspanne beim Verkauf eigener Teppiche! Meiden Sie also die großen Verkaufshallen, da hier die Preise besonders hoch sind!

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Grundsätzlich sollten Sie in kleinen Läden nur den betreffenden Teppich kaufen, wenn er, egal mit welchem Marktwert, Ihrer Meinung nach das schöne Stück ist, für das Sie diesen Preis auf jeden Fall opfern würden.

Und da werden Sie staunen, welch wunderschöne Handarbeiten ganz günstig zu haben sind! 

 

Die 3 wichtigsten Kriterien, die den Preis eines Orient-Teppichs bestimmen:

 

1. Das Alter:

Umso älter ein Teppich, desto wertvoller.

Das Alter, ob 50 Jahre alt oder 100 Jahre, kann den Preis eines Stückes vervielfachen

 

2. Die Einzigartigkeit:

Umso seltener eine Teppichart, desto wertvoller.

Hier ist der Preis-Obergrenze kein Limit gesetzt, eben wie ein Gemälde von Van Gogh

 

3. Die Qualität:

Die Feinheit der Arbeit und die Qualität des Materials entscheiden über den Preis

 

 

 

Gar nicht oder weniger wichtig ist:

 

1. Ob der Teppich heile ist:

Eine gut restaurierte Arbeit vermindert den Wert eines Teppichs nicht.

Besonders wertvolle alte Teppiche sind oft zerschlissen und fadenscheinig. Es gibt Teppiche, die der Laie wahrscheinlich als zerfetzten Lappen zum Müll geben, während der Kenner dafür 100.000,-€   bezahlen würde.

 

2. Ob die Handarbeit fehlerfrei ist:

Fehler werden im Orient grundsätzlich mit eingewebt (Nur Allah ist vollkommen!).

Hat ein Teppich oder Kelim keinen Fehler, so ist es wahrscheinlich eine Maschinenarbeit und damit nichts wert.

 

 

 

 

Als Kenner erwartet Sie in Kappadokien eine unbegrenzte Auswahl von Orient-Teppichen, Kelims, Dschidschims, Sumaks etc.

Und mancher unscheinbarer Teppichladen verbirgt in seinem Inneren Werte von mehreren hundert Tausend Euro. Suchen Sie besonders wertvolle Stücke, so fragen Sie den Teppichhändler danach, weil diese meistens im Safe oder sehr gesondert aufbewahrt werden, jedenfalls nicht für jedermann sichtbar.

Susanne Oberheu

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www.kappadokya-travel.com

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Datum: Freitag, 25. März 2011 12:07
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