Katharina, Margareta, Barbara und Dorothea

Wer kennt sie nicht, die vier Heiligen Frauen?!

 

Noch heute werden gern Mädchen nach ihnen benannt.

So manche glücklichen Eltern meinen, ihren Töchtern schöne deutsche Namen gegeben zu haben.

 

Ein deutscher Merkspruch lautet:

 

Margareta mit dem Wurm,
Barbara mit dem Turm,
Katharina mit dem Radl,
das sind die drei heiligen Madl.

 

Aber die „Madl“ sind nicht deutscher Herkunft!

 

Drei der Heiligen Frauen aus dem 3.Jahrhundert waren anatolische Damen aus der heutigen Türkei und eine kam sogar aus Afrika, aus Ägypten.

 

Alle waren Töchter aus besserem Hause, besonders schön und klug und sehr widerborstig. Ihr Leben hatten Sie Christus geweiht. Sie weigerten sich zu heiraten, was besonders ihre Verehrer sehr erboste. Dies hatte grausame Folgen, was sie schließlich zu den ersten Märtyrerinnen im Christentum machte.

 

Die Heiligen Jungfrauen lebten zu einer Zeit, als Anatolien und auch Ägypten unter der Knute der Römer stand, die erbarmungslos die neuen Christen bestraften.

 

Katharina wird vom griechischen Adjektiv katharos („rein“) abgeleitet und bedeutet demnach „die Reine“, „die Aufrichtige“. Die Heilige Katharina kam aus Alexandria in Ägypten, mit ihrer Schönheit und Klugheit betörte sie sogar den römischen Kaiser, den sie aber zugunsten ihres christlichen Gottes zurückwies. Das erboste den Kaiser so sehr, dass er sie erst in ein Verließ stieß und als das auch nichts half, sie mit zwei Rädern, die sie auseinander zu reißen drohten, folterte. Ein Engel kam ihr zur Hilfe. Schließlich wurde sie geköpft und aus ihren Wunden soll Milch geflossen sein. Nach ihr wurde das Katharinenkloster am Mosesberg im Sinai benannt, wo man ihre Gebeine fand, aus denen bis heute heilendes Öl fließen soll. Sie wurde zur Schutzpatronin der Gelehrten und Universitäten, aber auch der Töpfer und Frisöre u.s.w.

 

Margareta ist abgeleitet vom altgriechischen „margarites“ und bedeutet „die Perle“. Die Heilige Margareta lebte in Antiochia, das türkische Antakya an der Grenze zu Syrien. Ihr Vater missbilligte ihren christlichen Glauben und denunzierte sie. Der Richter verliebte sich in die Schöne. Doch auch sie lehnte mit Hinweis auf ihre Liebe zu Jesus Christus ab. Ins Verließ gestoßen wurde sie von einem Drachen bedroht. Das Kreuzeszeichen rettete sie aber, auch siedendes Öl konnte ihr nichts anhaben. Wie ein Wunder blieb sie unverletzt und wurde schließlich geköpft. Sie ist die Schutzpatronin der Schwangeren und wird gegen Unfruchtbarkeit angerufen. Die Anatolierin wird gern mit der germanischen Göttin der Ehe, Göttin Freya verglichen.

 

 

Barbara bedeutet im Griechischen „Die Fremde“. Die Heilige Barbara wohnte in der Nähe des heutigen Istanbuls, damals Byzanz, in dem Ort Nikomedia.

Auch sie war sehr schön und klug und wollte nicht heiraten. Ihr erzürnter Vater sperrte sie darauf in einen Turm. Aber das half nichts. Ihr Vater beschloss nun, sie zu töten. Sie konnte aber fliehen und sich in einer sich vor ihr öffnenden Felsspalte verstecken. Der Vater fand sie dennoch. Sie wurde grausam gefoltert und von ihrem Vater dann eigenhändig enthauptet. Die Heilige Barbara ist die Schutzpatronin der Architekten und Maurer, des Technischen Hilfsdienstes und der Geologen, aber ganz besonders der Bergleute. Berühmt ist sie auch in deutschen Bergbaugebieten, wo bis heute an ihrem Namenstag, dem 4.Dezember in den Bergwerken ihr zu Ehren die Arbeit ruht. Pflückt man an diesem Tag einen Obstbaumzweig, so wird der in eine Vase gestellte so genannte Barbarazweig am Heiligen Abend blühen.

Im Göreme-Museum in Kappadokien ist der Heiligen Barbara eine eigene Kapelle geweiht: nur durch eine kleine Felsöffnung gelangt man in die Höhlenkirche und diese befindet sich direkt neben der Apfelkirche, die so heißt, weil hier einmal ein Apfelbaum gestanden haben soll. Und in Nikomedia sollte sich über 1600 Jahre später noch einmal die Erde bewegen: 1999 zerstörte ein großes Erdbeben die heute Stadt Izmit.

 

Dorothea bedeutet im Griechischen „Das Geschenk Gottes“. Die Heilige Dorothea wurde von einem römischen Stadthalter begehrt. Aber auch sie wollte nicht heiraten und Jesus Christus ganz alleine gehören. Der brüskierte Amtsmann war empört, ließ sie foltern und zum Tode durch Enthauptung verurteilen. Auf dem Weg zum Schafott spottete ein Heide namens Theophilus: „Ob denn ihr Bräutigam Jesus Christus der Braut auch Blumen und Früchte schenken würde?“. Da erschien ein Engel mit einem Körbchen voller Rosen und Äpfel. Theophilus war bekehrt und wurde mit Dorothea zusammen enthauptet.

Dorothea ist die Schutzpatronin der Gärtner, Blumenhändler, aber auch der Bierbrauer.

Der Grund liegt sicherlich darin, dass ihre Heimat das kappadokische Caesarea war. Bereits die hier lebenden Hethiter tranken gerne Bier und so hat das Bierbrauen in Kappadokien eine Jahrtausende zurückliegende Tradition. Das türkische Bier „EFES“ tut dem keinen Abbruch!

Susanne Oberheu
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Weder Jungfrauen noch heilig: Susi, Fatma, Susanne und Ilka

www.kappadokya-travel.com

 

 

 

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Datum: Sonntag, 17. April 2011 11:18
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