Geologische Entstehungsgeschichte

Pasabagi - Zipfelmützentürme entwachsen hier dem Berg

Zipfelmützentürme entwachsen hier dem Berg

Vor einigen Millionen Jahren war Kappadokien im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle auf Erden. Glühend heiße pyroklastische Wolken fegten über die Region hinweg und breite Lavamassen ergossen sich entlang der Bergrücken.

In dieser Zeit legte sich eine dichte und über 100 m dicke Ascheschicht über das Land, die bis heute als Tuffsteinschicht erhalten geblieben ist. Lange Zeit ging die Wissenschaft davon aus, dass die großen Vulkane Erciyes und Hassan-Dagi für die Entstehung dieser geologisch einmaligen Landschaft verantwortlich waren. Heute wird dies allerdings bezweifelt, denn flache Tuffsteinablagerungen sind ein Zeichen für stark explosive Eruptionen. So explosiv, dass die Schlote erst gar nicht die Chance bekamen, einen Kegel aufzubauen. Außerdem findet man die meisten Tuffsteinablagerungen genau zwischen den großen Vulkanen, geradeso als hätten sie sich abgesprochen, ihren Auswurf gemeinsam auf einen Fleck zu schleudern. Wer heute mittels Google-Earth über die Landschaft hinweg fliegt, kann die vielen kleinen Krater und trockenen Maare inmitten des Herzens Kappadokiens entdecken. Sie waren es, die nach neuestem wissenschaftlichen Stand Kappadokien mit Tuffiden eindeckten.

Vor noch nicht einmal 100.000 Jahren ließ die vulkanische Tätigkeit langsam nach, und die Erosion bekam mittels Wind und Wasser ihre Chance, den weichen Fels zu modellieren. Der Rote Fluss, der Kizilirmak, begann sich seinen Weg durch die Landschaft zu bahnen, und an seinen Rändern wurde der Fels immer mehr abgetragen. Immer tiefer schnitten sich dabei der Fluss und seine kleinen Nebenbäche ins Gestein, und formten so die Landschaft, wie wir sie heute kennen. Aber auch der Wind schmirgelte mit seinen Staub und Sandpartikeln immer weiter entlang der Felsen und erschuf die sanften Löcher und Rundungen im Tuff.

Das markanteste geologische Markenzeichen Kappadokiens sind die Feenkamine. Sie kalben aus dem Berg wie Eisberge aus einem Gletscher. Dabei befindet sich zwischen den einzelnen Tuffsteinschichten eine härtere vulkanische Ablagerung. So entstehen dann die für die Region typischen “Zipfelmützenberge”. Die obere und härtere Lage erodiert wesentlich langsamer als die untere und weichere, und es bildet sich ein schützender Hut über den schlanken Türmen. Irgendwann einmal wird die Auflage für den Deckstein zu klein und er fällt herunter. Dies ist dann das schnelle Ende eines solchen Feenkamines. Innerhalb geologisch gesehen kürzester Zeit wird der schlanke Turm dann von Wind und Regen restlos abgetragen.

Michael Wadenpohl

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www.kappadokya-travel.com

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Datum: Dienstag, 10. März 2009 12:56
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