Das Jahr des Tuffs!

Vulkane und ihre Schätze: 2011 – Das Jahr des Tuffs!

 

Kappadokien war vor Millionen Jahren ein wahrer Hexenkessel. Wäre hier jemand vorbeigekommen, er hätte an diesem Ort die Hölle vermutet.

 

Unter Getöse bäumte sich hier das Erdinnere auf und spritze seine Glut  und alles Innere wie Blut und Eiter durch die Wunden der Erdoberfläche. Eine tödlich heiße Masse begrub die Landschaft unter sich und zerstörte in fortwährenden Explosionen alles Lebendige im Umkreis: Krater an Krater überzog Kappadokien, durch die die Erde hier im Zentrum der anatolischen Platte ihr Inneres nach außen spuckte.

Vielleicht als Rache dafür, dass Erdbeben im Zentrum einer tektonischen Platte kaum spürbar sind, beschloss die Natur, sich hier anders bemerkbar zu machen.

Heute fährt man durch das wunderschöne Kappadokien, bewundert  in der Ferne die mächtigen und zum Glück erloschenen Vulkane Erciyes und Hasan Dağı und bemerkt gar nicht die Reste vieler weiterer Krater unter den eigenen Füßen - diese sind nämlich fast alle nur aus Satellitenentfernung zu erkennen.

Bruchstücke dieser riesigen Calderen sind heute in der Gegend verstreute kleine Hügel.

Aber ehemalige Hexenkessel hinterlassen ihren Nachkommen ein Paradies:

Heiße Quellen mit Heilwasser sind die letzten plätschernden Öffnungen ins Erdinnere und es gibt nichts Schöneres, als an kühleren Tagen sich in diese natürlichen Badewannen zu legen.

 

Der mächtige Vulkab Erciyes. Ein imposanter Zeuge der Erdgeschichte!

Der mächtige Vulkan Erciyes. Ein imposanter Zeuge der Erdgeschichte!

 

 

 

 

Und die alles tötende Masse von vor Millionen Jahren verwandelte sich in Gesteine, die dem Menschen heute nützen und schmücken: Tuffstein und Obsidian sind in Kappadokien verschwenderisch vertreten.

 

Der Tuffstein entstand aus Lava-Asche, die die Sonne verdunkeln ließ und noch Schaden anrichtete, als die Vulkane sich schon längst zur Ruhe gesetzt hatten.  Heute haben Wind und Wasser aus den Tuffasche-Ablagerungen nicht nur eine der märchenhaftesten Landschaften der Erde geformt; der Tuffstein ist leicht zu bearbeiten, so dass Menschen ohne großen Aufwand sich Paläste in die Berge kratzen konnten. Dort waren sie durch die überaus dämmende Wirkung des Gesteins vor der Hitze der Sommer und der Kälte der Winter natürlich geschützt, außerdem ist Tuffstein extrem atmungsaktiv; ein größerer Wohnkomfort ist nicht denkbar.

 

Wind und Wasser haben aus tödlichen Asche-Ablagerungen eine märchenhafte Landschaft geschaffen!

Wind und Wasser haben aus tödlichen Tuff- Asche-Ablagerungen eine märchenhafte Landschaft geschaffen!

Die Deutsche Gesellschaft für Geowissenschaften hat den Tuff zum Gestein des Jahres 2011 erklärt!

 

Obsidian ist ein glänzender dunkler braun-blau-schwarzer Stein, entstanden aus schnell erkalteter Lava, amorph und nicht kristallin ist er hart und schneidend wie Glas, daher seine Bedeutung: Als Werkzeug vor der Eisenzeit ein Material von unschätzbarem Wert! Kappadokien handelte Obsidian mit den Ägyptern und Assyrern. Heute ist Obsidian nur noch ein schön scheinender Schmuckstein, der aber wie Feuerstein nur schwer zu bearbeiten ist.

 

 

Deswegen liegt er in Kappadokien inzwischen auch nur noch unbemerkt in der Gegend herum und  den Bauern zur Last, welche die Steine von ihren Äckern sammeln müssen, damit diese ihre Maschinen nicht zerstören. Für den kundigen Sammler und Kappadokien-Besucher ist es jedoch ein schönes Souvenir, denn Fundorte für Obsidian gibt es nicht so viele auf der Welt. Ähnlich geht es der Sandrose in der Wüste, niemand kann sie wirklich gebrauchen, aber jeder stellt sich so ein Prachtstück gern in den Schrank!

Susanne Oberheu
 
www.kappadokya-travel.com
www.kappadokien-reisefuehrer.com

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Autor:
Datum: Donnerstag, 24. Februar 2011 11:04
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