Reisebericht Kappadokien im Mai

http://www.kappadokya-travel.com/Seiten/Vorweg/Kundenmeinung.html

Kappadokien

10. Mai bis 17. Mai 2014

Anne Gret Schrader

 

Wie es überhaupt dazu gekommen ist:

Bei einem meiner Besuche im Alters- und Pflegeheim Sternenhof ging ich danach wie fast jedesmal noch einen Kaffee trinken. In diesem Kaffee liegen viele Zeitschriften auf. Und wie ich in der Brigitte, ausgerechnet der Brigitte, blättere stosse ich auf Bilder von Kappadokien. Eine Wunderwelt! Seltsam geformte Hügel die aussehen wie Zuckerhüte, durchlöchert von Felsenwohnungen und – Felsenkirchen mit byzantinischen Wandmalereien. Also gleich zu „Bieder und Tanner“, den auf Reisen spezialisierten Buchladen, und da kaufte ich das Merianheft und einen Führer über Kappadokien. Abends daheim dann blättern und in den Bildern schwelgen, und schon steht für mich fest, dass ich da hinfahren will.

Es ist gar nicht schwierig Jürg  zu überzeugen in diese Landschaft und zu den Kulturschätzen mit zu kommen.

Meine erste Idee war, selbständig und zu Fuss unterwegs zu sein. Ein englischer Reiseanbieter (inntravel.uk.com) hätte die Übernachtungen reserviert und uns Unterlagen und Kartenmaterial geliefert. Als ich mich jedoch mehr in die Kultur vertiefte stellte ich mir vor, dass eine Führerin von Vorteil wäre. Sonst hätte ich womöglich vor unglaublichen Wandmalereien gestanden und deren Bedeutung nicht verstanden. Die Autorin sowohl des Merianheft als auch des Reiseführer ist eine Frau Oberheu, und sie organsiert und führt Reisen in Kappadokien. Also meldeten wir uns bei ihr an. Und wie schön, Ruth wird mit uns fahren. Auf sie freue ich mich ganz besonders.

Samstag der 10. Mai

Von Magden nach Avanos

Die Stunden vor der Abreise sind schon seit langer Zeit gut eingeübt. Wir  wissen beide was zu tun, zu versorgen, entsorgen, und abzuschliessen ist. Unser Hund Luna ist schon seit gestern bei Claudia in den Ferien. Zum ersten Mal, aber ich bin sicher dass es ihr dort gut geht.

Zu Fuss zur Postautohaltestelle, mit dem Zug nach Zürich, und dort treffen wir pünktlich auf Ruth, zwar nicht auf dem vorgesehenen Gleis, aber für Jürg und mich ist der grosse Bahnhof vertraut. Warme und lange Umarmungen unter uns dreien. Der Zug zum Flughafen Kloten ist übervoll, geht denn die ganze Schweiz in die Ferien, doch die zehn Minuten Stehen ertragen wir gut. In der Abflughalle erwartet uns eine zusätzliche Stunde Wartezeit, denn unsere Maschine sei zu spät angekommen. He nu, zu den Staus auf allen Strassen kommen nun auch die in der Luft. Mit Ruth im Gespräch vergeht die Wartestunde kurzweilig.

Flüge sind immer Flüge, da gibt’s nichts darüber zu berichten. Die Stunde Verspätung nehmen wir nach Istanbul mit. In letzter Minute erreichen wir das gate zum Weiterflug nach Kayseri. Dort finden wir auch den Busfahrer oder er uns, der uns in einer Stunde Fahrt nach Avanos bringen wird. Er lässt uns zwar einige Zeit warten, denn er sucht noch weitere Fahrgäste, dafür fährt er dann rassig.

Es ist schon dunkel als wir vor dem Hotel Sofa aussteigen. Im Innenhof sitzt noch eine Gruppe in der Sofaecke beisammen, eine Frau steht auf und begrüsst uns – Frau Oberheu, unsere Reiseleiterin. Sie stellt sich gleich als Susanne vor, wie schön. Ich werde sie immer wieder als unkompliziert erleben und geniesse das. Mann und Frau stellt sich einander vor. Ein Paar, Judith und Rolf aus Basel fehlen noch, sie würden erst viel später eintreffen. Wir setzen uns noch zu einem Bier, plaudern angeregt und lachen viel. Ein gelungener Ferienbeginn.

Sonntag der 11. Mai

Beim Frühstück sind wir nun alle beisammen:

Judith und Rolf aus Basel, Brigitte und Karl aus Ebersberg bei München, Sylvya und Matthias aus Hamburg, Ruth vom Gstipf in Glis und Jürg und ich aus Magden.

Mit unserm Kleinbus fahren wir zu einem Aussichtspunkt der seien Namen wirklich verdient. Da sitzen wir auf bequemen Kissen am Rande des Tales und schauen, schauen. Schwefelgelbe, eisenrote und beinahe weisse Felsen bilden die Seitenwände des Tales und dessen Felskegel. Und da sehen wir auch schon die ersten Höhleneingänge, aus der Entfernung sind es schwarze Löcher. Das Grün des Talgrundes kontrastiert wunderschön mit den Farben der Felswände. Ich sehe viele Aprikosenbäume, doch leider wird es dieses Jahr keine Früchte geben, da nach der Blüte nochmals Frost mit Temperaturen von bis zu -10° kam. Susanne erklärt uns viel über die Geschichte des Landes, über alle Stämme die da mal eingedrungen sind, über die Kultur die sie mitgebracht haben oder die Zerstörungen die einige von ihnen anrichteten, über ihre Religionen. Wiederholen kann ich ihre Ausführungen nicht, aber ich höre ihr so gerne zu. Ihre Berichte sind zwar manchmal sprunghaft, aber so voller Leben und spannend, auch mit Humor vorgetragen und mit ihrem ganz eigenen Lachen gewürzt, das zu hören ein Genuss ist. Und Jahreszahlen kann ich ja dann daheim in Büchern nachlesen. Oder Jürg fragen, meinen privaten Historiker.

Der Bus bringt uns nun zum Eingang eines anderen Tales. Die kurze Wanderung ist herrlich, da blühen, mager zwar, viele Frühlingsblumen, und wir sehen die beeindruckenden Felskegel mit den Höhlen erstmals aus der Nähe. Hätte es mir, oder würde es mir gefallen in einer Höhle zu wohnen? Ich weiss es nicht. Vielleicht ist es auch einfach noch nicht warm genug um die Kühle des Bergesinnern zu schätzen. Am Ende der Wanderung erreichen wir Ortahisar, was „mittlere Burg“ bedeutet. Die ursprüngliche Stadt war wirklich in einen sehr grossen Felsen gebaut. Wegen Einsturzgefahr musste er geräumt werden, ist jetzt mit Beton und Eisen abgestützt und darf erstiegen werden. Ich verzichte freiwillig und mit mir Susanne und die ganze Gruppe. Oben stehen dichtgedrängt viele Menschen, wohl der Grund weshalb Susanne da nicht hinauf steigen will. Der gemütliche Tee draussen auf einer Terrasse ist zwar heiss, dafür ist die Luft recht kühl. Die nette Wirtin bringt allen Gfrörlis einen warmen Schal. Und nun besichtigen wir das Volkskundemuseum wo uns Susanne bei jeder  szenischen Darstellung viel erklärt. Ohne ihre Erläuterungen hätte ich nicht halb so viel verstanden. Unterdessen hat sich der Hunger gemeldet und wir essen draussen auf dem Platz. Das Angebot des einfachen Lokals schmeckt würzig. Die Frau des Wirtes legt mir gleich ihre Hand auf die Schulter, so warm, mit so viel Nähe, und am Ende des Essens kommt sie wieder, ich lehne den Kopf an ihrem runden Bauch, sie nennt mich ihr Baby und ich geniesse den Augenblick. Jürg macht ein Foto von uns beiden, worauf sie rasch eine Visitenkarte ihres Lokals holt und auf die Adresse deutet, was wohl heisst, dass sie gerne ein Bild haben möchte. Sie wird eines bekommen.

Wir betreten das Schwertertal bei Göreme, dem National- oder Naturpark. Das Tal ist paradiesisch schön. Ich kann die wilde, verzauberte Landschaft kaum fassen, sie verzaubert auch mich, je mehr ich den Kopf ausschalte. Ich öffne Augen und Herz um die Bilder in mich aufzunehmen. Mögen sie lange, lange in mir drin bleiben.

Weshalb werden diese Tufftürme „Feenkamine“ genannt? Ob sich da aus den Schlunden einmal Feen emporgekringelt haben? Sich aus weissem Rauch gelöst und den Menschen gezeigt haben? In lichtblauen, hellschimmernden Gewändern? Haben sie Wünsche erfüllt? In unsern Märchen gibt es nie mehr als drei Feen; hier kann ich die Feenkamine gar nicht zählen. Die meisten sind weiss, einige dunkel verwittert oder von Flechten bewachsen. Die verwitterten seien härter und damit besser gegen die Erosion geschützt. Andere sind gelb, rötlich oder braun. Und dann kommt der Einstieg ins Canyon. Da schneidet Susanne die Brombeerranken für uns weg. Die umsichtige, fürsorgliche Führerin hat sogar eine Gartenschere dabei! Der Gang ist gerade breit genug dass wir durchgehen können, schön eine hinter der anderen. Eigentlich ist es ein Schacht in dem Regenwasser gesammelt und zu den Gärten geführt wurde, jedoch fällt durch Öffnungen immer wieder Licht ein. Und Taschenlampen haben wir ja dabei. Weiter gehen wir durch ein kleines grünes Tal. In den Gärten hier werde nichts mehr angebaut, die Arbeit ist zu mühsam und die Jungen verdienen ihr Geld dank dem Tourismus leichter. Doch jetzt kommt erst der richtige Canyon. Wow, Tritte, Leitern, Windungen, kurz über eine senkrechte Wand. Da möchte ich noch stundenlang durchgehen, mich durchhangeln. Aber alles hat sein Ende und an diesem erwartet uns ein „Gartenbeizli“ mit Tee und frisch gepresstem Orangensaft. Im anschliessenden Garten sehe und höre ich die ersten Bienen. Nebst vielen Reben wächst da gar ein Maulbeerbaum. Im Tal geht’s weiter, an Felskegeln vorbei, phallisch geformte oder solche mit Hüten. Ein kleiner davon gefällt Ruth und mir besonders gut, den möchten wir für unsern Garten mitnehmen. Ruth wünscht sich sogar einen mit Höhle, ich denke die könnte ich daheim auch selbst herausschlagen.

Zurück in Avanos empfiehlt uns Susanne die gedeckte Terrasse von „Sancho Pansa“. Das Essen ist gut und würzig. Der weisse Hauswein sehr süss, honiggelb und schmeckt ein wenig wie Sherry, der rote ist ein leichter Landwein. Wir lachen viel. Überhaupt wird in dieser Gruppe viel gelacht, Susannes Humor ist ansteckend.

Die erste Nacht in unserem Riesenzimmer, im Bett laufen die herrlichen Bilder des Tages an mir vorbei und dann schlafe ich herrlich.

Montag der 12. Mai

Dieses Frühstücksbuffet verdient seinen Namen. Da liegen so viele Kuchen oder vielmehr Küchlein, salzige und süsse, Käsesorten, Früchte, alle schon zerteilt, Konfitüren….  Eine Woche wird nicht reichen sich durch alles hindurch zu essen. Schon gar nicht für mich, die ich ja doch immer nur Müsli esse.

Beim Eingang des Open-Air-Museums Göreme herrscht riesiger Andrang. Nach der Einsamkeit in den Tälern gestern finde ich das eher unangenehm. Die Besichtigungszeit in den beiden Kirchen die wir besuchen, der Tokali Kilise und Karanlik Kilise, ist denn auch äusserst begrenzt; da steht ein Wächter und drängt uns, kaum sind wir drinnen, schon wieder dem Ausgang zu, weil so viele Leute auch noch Eintritt begehren. Die „dunkle Kirche“ ist wirklich dunkel, gross und die Malereien sind gut erhalten. Susanne darf in der Kirche nichts erklären und gibt uns deshalb ein Blatt mit Erklärungen mit; das kann ich in der Dunkelheit und bei dem Tempo leider nicht lesen. Sie macht uns speziell auf eine wunderschöne Madonna aufmerksam, eine Mutter die ihr Kind sehr liebevoll in den Armen hält. Die Madonna in der Tokalikirche ist dann noch schöner, sie hat grosse mandelförmige Augen und hält ihr Kind eng an sich, das Köpfchen an die Wange gedrückt. Mein Pendel schlägt in regelmässig wechselnder Richtung aus.

Auf dem Rückweg zum Parkplatz stehen natürlich viele Verkaufsstände, und da leuchtet mir ein wunderbarer grüner Stoff entgegen. In fünf  Minuten habe ich die Hose gekauft, nicht gerade viel um den Preis gefeilscht, aber ich will die Gruppe nicht allzu lange warten lassen.

Das Mittagessen gibt es auf einer schattigen Terrasse in Uchisar.

Der Bus bringt uns zu einem weiteren Taleingang. Da wo wir aussteigen stehen, natürlich, wieder Verkaufsstände. Einer bietet Tischtücher mit handgedruckten hethitischen Mustern an. Da sich Judith und Rolf dafür interessieren schaue auch ich genauer hin. Das schwarze mit den weissen Mustern gefällt mir prima, ich stelle es mir auf dem Gartentisch vor, und gross genug wäre es auch, also gekauft. Auch wenn ich kaum je ein „Andenken“ kaufe, bei Stoffen kann ich schlecht widerstehen. Dies werden jedoch die einzigen Käufe dieser Ferien bleiben.

Dieses Tal ist das grünste der Täler die wir bis jetzt gesehen haben. Wir gehen unter Birken und Pappeln, was ja auf genügend Wasser hindeutet. Schwertlilien blühen, einige Hundsrosen und das Gras steht hoch. Dazu begleitet uns das Lied einer Nachtigall. Oder ist es eine Tagigall? Und immer gehen wir zwischen diesen skurril geformten Felsen hindurch. Im unteren Teil des Tales fliesst sogar Oberflächenwasser, und in einem winzigen Tümpelchen drängen sich Kaulquappen. Ein kurzer Aufstieg, hier hat es kaum noch Grün, führt uns zu einer Felsenkappelle mit gut erhaltenen Wandmalereien. Ich mag diese Farben, blau und verschiedene Orange- oder Ockertöne. Beinahe am Ende des Tales treffen wir auf Dutzende von steinernen Phalli, und klar müssen sich vor diesem Hintergrund alle Paare küssen.

Ganz am Ende steht, das habe ich schon erwartet, wieder ein Gartenwirtschäftli, sogar deren zwei. Mein frisch gepresster Orangensaft schmeckt herrlich. Schön dass wir immer Zeit haben uns zu setzen und etwas zu trinken. Ein kurzes Stück noch über eine Autopiste dann sind wir beim Bus der uns zurück nach Avanos bringt.

Der Tag ist aber noch nicht zu Ende, wir wechseln  nur kurz die Schuhe, fassen  Badehosen und ein Tuch und fahren zu den heissen Quellen. Das sei auch Heilwasser, und Susanne verspricht uns allen volle Gesundheit nach dem Bade. Der Chauffeur fährt rassig in die Hügel und dann liegt eine leicht gewellte Hochebene vor uns. Das sei nun die typisch anatolische Landschaft. Dank des neu gebauten Stausees kann hier bewässert werden. Wo vorher unbebautes, ausgetrocknetes Land war, gedeihen nun Weizenfelder. Sie sind alle nicht so gross wie es die flächige Form der Landschaft zuliesse..

Das Bad im warmen Wasser ertrage auch ich Kaltwasser-Frau gut. Im kleinen, wirklich warmen Becken wird es dann aber bald unangenehm, obwohl es längst nicht voll ist. Das Wasser wird sogar weiter abgelassen um das Becken zu reinigen. Dann fliesst frisches, heisses Wasser ein. Bis es brusthoch ist dauert es lange. Also melde ich mich lieber für eine Massage. Dass die Masseurin ein Masseur ist stört mich nicht. Es sei ein Syrer, ein kräftiger Mann, und der knete bestimmt sehr kräftig. Was mir zuteil wird ist dann eher eine feine Hammam-Massage, mit Schaum und einen feinen Schrubbelhandschuh. Ob er nicht wagt so ein dürres Knochengestell kräftig zu massieren? Wie neugeboren besteige ich als Letzte den Bus.

In Avanos angekommen gehen wir noch zum Juwelier um Geld zu wechseln. Bei ihm sei es günstiger als auf der Bank. Schmuck sehe ich keinen in seinem Laden. Ob er vom Geldwechsel lebt? Dann gehen Ruth, Jürg und ich ins Beizli wo wir schon drei Plätze bestellt hatten, aber – hier gibt es keinen Wein. Meint Ruth, das Leben sei zu kurz um ohne Wein zu essen, also verlassen wir das eh nicht gemütliche Lokal und gehen wieder auf Sancho Pansas Dachterrasse mit der tollen Aussicht über die Moschee und in die Berge. Da Wein in der Türkei stark besteuert wird, ist er teurer als unser Essen. Wir entschliessen uns, im Laden eine Flasche zu kaufen und sie vielleicht morgen Abend nach den Essen auf einer der vielen Hotelterrassen und –terrässchen geniessen.

Dienstag der 13. Mai

Wir fahren durch fruchtbares Land, die Bauernhäuser sind stattlich, Kühe sehe ich nur wenige und die sind mager. Ein lustiger, englisch sprechender Führer begleitet uns durch die unterirdische Stadt. Susanne übersetzt und ergänzt. Es gäbe 40 solche unterirdischen Städte mit zusammen über 1000 Räumen und sie seien oft durch 100 Kilometer lange Gänge miteinander verbunden. Da ist recht gebuddelt worden! Susanne meint, diese Städte seien so etwas wie Kasernen gewesen, nur von Soldaten bewohnt, denn diese hätten mit knappen Lebensmittel, Kälte und Dunkelheit bestimmt besser leben können als Familien mit Grosseltern und Kleinkindern. Das leuchtet mir sehr ein. Die Soldaten wurden ja wahrscheinlich nur bei Kriegsgefahr hierher gebracht. Da haben’s unsere WK-Soldaten doch besser, die bekommen bei jedem zehnten Haus einen Kaffee mit Schnaps. Wir gehen durch viele Räume, Ställe und Küchen und kommen zu einem „Kamin“. Das ist aber ein spezielles Treppenhaus. So eng dass nur gerade ein Mensch durchkommt. In zwei Wänden sind regelmässige Vertiefungen eingekerbt. Um hinauf zu gelangen verkeilen wir uns mit Rücken und Gesäss zwischen den Wänden und ziehen uns Dank den Vertiefungen langsam hoch. So einfach wie ich das mit drei Zeilen beschreibe ist das aber nicht. Im längsten „Treppenhaus“ werden wir sogar auf einfache Weise angeseilt. Beim Ausstieg oben empfängt mich der Führer und mit einer gegenseitigen Umarmung hievt er mich auf den oberen Boden. Beim Ausstieg aus der unterirdischen Stadt staune ich, wie hoch wir im Innern gestiegen sind. Wir stehen mindestens drei Stockwerke über dem Parkplatz mit dem Bus. Und jetzt? Gibt’s Pause auf dem Dorfplatz. Mit Tee, womit denn sonst. Und schon geht’s weiter, heute haben wir ein dichtes Kulturprogramm.

Unterwegs  entdeckt Susanne ein offenes Kartoffellager. Sie erkennt es am riesigen Eingang in der senkrechten Felswand durch den selbst Lastwagen einfahren können. Wir halten an um uns das anzuschauen. Das ist nur möglich weil Susanne fliessend türkisch spricht und ein so einnehmendes Wesen hat. Jetzt gerade werden die letzten Kartoffeln heraus geholt, sie sind in Säcken von bestimmt einem Zentner gefüllt. Das sind ja nicht mehr 50 wie zu meines Vaters Zeiten,  sondern 100 Kilogramm. Danach wird das Lager sauber gereinigt und bereit gemacht für die Orangen. Sie kommen aus dem Süden, von der Küste.

Römische Ruinen, auch diese liegen am Weg. Das ist nun nichts Spezielles für mich, wir haben die von Augusta Raurika, heute Kaiseraugst, so nahe, und sie sind einmalig schön. In der ersten Vertiefung scheint ein Käselager zu sein. Da liegen dutzende von kleinen runden Laiben. Aus Stein. In einem weiteren Raum fasziniert mich ein Bodenmosaik mit Swastika-Mustern. Das Sonnenrad ist wirklich ein uraltes Symbol und ich habe es schon in ganz verschiedenen Kulturen und Kontinenten gesehen. C.G.Jung erwähnt es als einen der Archetypen.

Eine kurze Fahrt bringt uns zu einem Kloster. Damit unsere Mägen und die Natur nicht zu kurz kommen hat Susanne ein Picnic eingekauft. Dieses geniessen wir nun beim kleinen Teebudeli mit Souvenirstand unterhalb des Klosters, im Schatten grosser Bäume und umgeben von stufig angelegten Gemüsegärtchen. Was alles auf den Tisch kommt: verschiedene Brote, auch eine Art Focaccia, mehr oder weniger hart gekochte Eier, Tomaten, Butter, Konfitüre und Kekse. Dazu gibt’s Tee aus dem mit Holz beheizten Teeofen. Der ähnelt einem Samowar. Im Feuerraum steckt zu einem Viertel ein dickes, langes Holzscheit, Reisig wird nachgeschoben und mit einem Bunsenbrenner entzündet. So nahe liegen uralte und neuere Technik. Das Kloster ist einst sehr gross gewesen, etwa zweihundert Mönche hätten hier gelebt. Das Refektorium ist langgezogen und bestand aus zwei steinernen Langtischen mit beidseits ebenfalls steinernen Bänken. Am Kopfende beider Reihen ist eine Art Thron aus der Felswand  gehauen. Einer davon ist mit Reliefs verziert und schwach erkenne ich Reste von Farben. Wir besichtigen auch eine Kirche und eine Grabkapelle mit Deckenmalereien. Solche Kapellen wurden häufig von wohlhabenden Familien gestiftet, mit der Auflage dass die Familie ihre letzte Ruhestätte darin finden solle. Die Stifter kamen oft von weit her. Im höchsten Felskegel entdecke ich einen doppelstöckigen Wohnraum, klein, mit Bett- oder Kastennischen, durch das grosse Fenster hell, in rötlichem Stein. Ein Penthouse, und schon beginne ich es in Gedanken einzurichten.

Dieser Ort ist wunderschön. Zwischen den vielen eher kleinen Kegeln liegen sandige und auch grüne Plätze, kleine Sträucher wachsen, vereinzelt Feldblumen blühen, einige leuchtend blau, an manchen Rosensträuchern hat es auch schon die ersten Blüten, meist weisse. Es wäre schön hier draussen zu schlafen. In etwa zwei Tagen wird der Mond voll sein.

Die Souvernirs sind alle handgemacht, wohl von der ganzen Familie. Da finden sich warme, aus dicker Wolle gestrickte Handschuhe, kleine Püppchen und umhäkelte Tücher. Eines davon, ich habe es auch in den Händen gehalten, kauft Susanne, ein rotes mit kleinen Perlen umfasstes.

Wir fahren zu einem ziemlich verlassenes Dorf, viele der Häuser zeigen sich nur noch als Ruinen. Unser Besuch gilt der griechischen Kirche. Gross ist sie und zerfällt langsam, denn 1924 wurden alle Griechen, und es gab deren viele hier, aus der Türkei ausgewiesen. Die Antwort der Türkei auf die Angriffe Griechenlands. Diese Kirche würde von der Jugend auch als Partyraum benutzt das erklärt den Unrat der überall herumliegt.

Wieder im Bus zu sitzen und zu ruhen tut richtig gut. Wir fahren nach Mustafapasa, dem alten Sinassos. Auch hier lebten einst viele Griechen. Sie haben mit Kaviar gehandelt und sind reich geworden. Die Griechen waren ja überall als geschickte Händler bekannt. Wir bestaunen die alten Villen dieser Kaufleute. Sie waren jedoch auch Ärzte, Wissenschaftler und Künstler. In der Schule hier wurde gar das alte Griechisch gelehrt. Mit der Vertreibung der Griechen verlor Kappadokien viel Kultur und verarmte. Die Staatsmänner haben Krieg geführt, doch gelitten hat das Volk, so war es und ist es immer noch. Also, die alten griechischen Villen sind ausgesprochen schön, riesig, aus Stein gebaut mit grossen Innenhöfen und feinen Reliefs um den Fensterlaibungen und über den Türen. Eine davon ist jetzt ein Hotel und das dürfen wir besichtigen. Eine Doppeltreppe führt in den ersten Stock. Die beiden Räume die wir sehen sind ausgesprochen hoch und haben rot und grün, blau und gelb bemalte Decken. Die Kristallleuchter und Bilder an den Wänden sind noch Originale aus der Zeit als eine griechische Familie hier wohnte. Im schönen Innenhof geniessen wir noch einen Tee, es darf auch ein Bier sein.

Wir Frauen können kaum an den Ständen die sich der Hauptstrasse entlang reihen, vorbeigehen ohne  die Auslagen zu bestaunen, und einige kaufen auch von den bunten Tüchern. Die Fahrt führt über Ürgüp und das Devrent-Tal zurück nach Avanos.

Nach der Ankunft im Hotel Sofa wird geduscht und kleine Wäsche gemacht und dann gehen wir mit Sylvya und Matthias essen. Zum dritten Mal zu Sancho Pansa auf die lauschige Terrasse mit Sicht auf die hübschen Minarette, auf die Berge und den beinahe vollen Mond.

Mittwoch der 14. Mai

Wie jeden Morgen sitze ich früh und allein im Innenhof um zu schreiben. Wie ich sie geniesse, meine ruhige, einsame halbe Stunde. Heute habe ich mir den ersten Kaffee im Zimmer gemacht und hierher mitgenommen. Da sitze ich also in der einzigen sonnigen Ecke. Morgens um sieben ist es noch recht kühl.

Dann geht es in die Töpfereien von Avanos, vor allem um die Töpfer bei der Arbeit zu sehen. Avanos ist ja DIE Töpferstadt. Wir stehen eng in einer der Töpfereien wo an drei Tischen gedreht wird. Das ist hier reine Männersache. Susanne war die erste Frau welche diese Töpfer an einer Drehscheibe gesehen haben, das war eine Sensation. Unglaublich flink wird hier ein Topf nach dem anderen gedreht. Ich schaue auf den Minutenzeiger meiner Uhr, es dauert 58 Sekunden, dann ist ein Topf fertig und wird auf ein Brett gestellt. Stehen acht oder zehn Töpfe drauf kommt ein junger Bursche und trägt das Brett in einen Nebenraum wo schon Dutzende oder sind es Hunderte von Töpfen zum trocknen stehen. Auch draussen steht eine Vielzahl von Töpfen und Kochgeschirren, wir müssen aufpassen wenn wir dazwischen durchgehen. Woher all der Ton kommt? Von ganz nahe, mit richtiggehend ökologisch kurzen Wegen. Die Berghänge leuchten weitherum von rotem Ton.

Der weitere Weg führt über den weitflächigen Friedhof. Er ist so gross weil die Gräber hier nie aufgehoben werden. Bei den ganz alten sind die Steine verwittert und am zerfallen, Gras wächst dazwischen. Im Grab muss das Gesicht der Muslime auf jeden Fall gegen Mekka zeigen. Immer wieder sehen wir Schildkröten, griechische Landschildkröten. Die bei uns gehalten werden sind auch solche.

Nahe beim Friedhof und weit über dem alten Avanos wohnt Serife, eine Freundin von Susanne. Wir sehen das Haus, zwei Frauen sitzen davor, Susanne winkt und ruft, und da erscheint auch Serife. Laute, freudige Rufe gehen hin und her und klar werden wir zu einem Tee eingeladen. Die Menschen hier sind ja so gastfreundlich. Über eine lange Stiege erreichen wir das Haus und die beiden alten Frauen, und da gibt es Umarmungen. Die beiden sind Serifes Mutter und eine Nachbarin. Beide unglaublich rund! So rund dass Serifes Mutter das Haus nicht mehr verlässt. Die Nachbarin wohnt etwas weiter unten, sie kommt mit dem Rollator und wohl auch Serifes Hilfe noch hoch. Wir dürfen uns in die gute Stube ins kühle Haus setzen, verteilen uns auf den beiden Sofas. Die alten Frauen thronen in breiten Sesseln, und so müssen diese für die Leibesfülle der beiden auch sein. Die Nachbarin spricht etwas deutsch und ist sichtlich stolz darauf. Serifes Mutter unterhält sich mit Susanne oder durch Zeichen auch mit uns. Der Tee schmeckt uns allen. Irgendeinmal verschwinden die alten Frauen eine nach der andern und erscheinen wieder in frischen Kleidern. Na, so schön bin ich auch nicht angezogen, einfach praktisch und bequem. Nach dem Tee dürfen wir noch das anschliessende Zimmer mit dem Ofen anschauen. Er wird als Besonderheit erklärt. Hat denn hier, wo es im Winter empfindlich kalt wird nicht jedes Haus eine Heizung? Serifes Garten ist gross und sehr schön. Dem Hang entlang gezogen, rote Erde, einige junge Obstbäume, Gemüse, Reben, Blumen, Rosenstöcke, eine Hängematte und ein lauschiger Sitzplatz im Schatten von Felsen. Sie hat ihn selbst angelegt, genau wie sie auch die Aufgangstreppe zum Haus selbst gebaut hat, mit altersgerecht niedrigen Stufen. Wie tüchtig sie ist, und wie fleissig. Es gibt einen herzlichen Abschied

Nun steigen wir in die Altstadt von Avanos hinunter. Die hatte ich mir anders vorgestellt, älter und auch gepflegter. Ohne Susanne hätte ich diesen Teil des Ortes kaum besuchenswert gefunden. Die alten Höhlenwohnungen sind alle verlassen und am zerfallen, die neuen Häuser eigentlich nicht hübsch. Doch da entdecke ich ein altes Brunnenhaus, das gefällt mir nun wirklich gut. Mich zieht doch alles was mit Wasser zu tun hat an, ob Bergbäche, Flüsse, Seen, Brunnenstuben und –Häuser, selbst Pfützen! Hier würden heute noch die Teppiche gewaschen. Für die normale Wäsche hätten die Familien unterdessen auch Waschmaschinen zuhause.

Dann besuchen wir einen ganz speziellenTöpfer von Avanos, Mehmet, er ist auch ein Freund von Susanne. Mehmet fertigt Perkussionsinstrumente aus Ton und gibt uns, zusammen mit seinem Sohn, eine Kostprobe seines Könnens. Die „Trommeln“ sehen eigentlich aus wie solche aus Holz, sind aber alle aus Ton. Grosse und kleine, runde und flachere, einseitig gebauchte, alle natürlich mit Fell bespannt, ergeben sie sehr verschiedene Töne. Diese variieren auch je nachdem wo Mehmet hinschlägt, am Rand, in der Mitte, auf dem Fell oder auf dem Bauch aus Ton. So kann er unglaublich viele Töne erzeugen. Ich hätte ihm noch viel länger zuhören mögen. Da stehen diese eigenartig geformten, kreisförmigen Trinkgefässe, sie seien denen der Hethiter nachgeformt. Das Foto erspart mir deren Beschreibung. Farben und Muster der Bemalung seien ebenfalls hethitisch. Mit gefallen vor allem die Farben, warme Erdtöne und nichts Buntes, die Muster sind so fein wie mit Tusche gemalt. Auch die Keramik die extra und nur für den Sultan hergestellt worden war wird uns erklärt. Da ist alles blau in ebenfalls sehr feinen floralen Mustern. Die Tulpe sei ein Kennzeichen der Sultanswürde gewesen. Schade bin ich keine Sultanine, oder heisst es Sultanin, mir gefiele es, aus solchem Geschirr zu essen. Kaufen mag ich trotzdem nichts, wir haben ja schon Geschirr, und Dinge einfach zum hinstellen mag ich nicht. Ich mag leere Räume. Wüste.

Ich freue mich dass es hier eine Frauengemeinschaft gibt und ebenso aufs Essen. In einem grossen Haus im Zentrum kochen die Frauen hier wie zuhause, also landestypisch. Es hat zwei grosse, mit wenig Dekor schön eingerichtete Essräume. Alle bestellen, Bier gibt’s hier natürlich keines, und Susanne hilft uns zu verstehen was auf der Speisekarte steht. Der Service ist schüchtern und doch freundlich. Suppen, gefülltes Gemüse und Teigwaren schmecken fein, und Sylvya gönnt sich danach noch eine Portion Baklava. Die Teigwaren – es sind allerkleinste gefüllte Teigtaschen. Nach dem Essen gucken wir in die Küche wo man uns lachend bedeutet dass wir eintreten dürfen. Da sitzt eine auch nicht gerade schlanke Frau auf einem Kissen auf dem Boden, vor sich ein Holzbrett, und schneidet darauf breite Nudeln in kleine Quadrate. Diese füllt sie mit einer Masse, biegt die vier Ecken nach oben und drückt sie zusammen. Ihre Hände arbeiten ruhig, ohne Hast, scheinbar langsam, aber nur scheinbar, denn ihre Bewegungen sind konstant und flüssig. Es ist schön ihr zuzuschauen, ihre Arbeit wirkt wie Meditation. Dabei unterhält sie sich mit der Frau gegenüber, lacht mit ihr und scheint richtig zufrieden. Auch ich verlasse das Lokal zufrieden, ich denke wir alle.

Der Nachmittag ist frei. Doch wir kennen schon so viel von Avanos, dass weder Ruth noch Jürg noch ich weiterbummeln wollen. Vorgestern hat uns Susanne jedoch einen Kuaför am Platz wärmstens empfohlen. Er mache wunderbare Kopfmassagen. Also hin! Als erster setzt sich Jürg ins Gestühl. Er wird rasiert, der Bart gestutzt, seine Haare gewaschen und geschnitten, dabei war er noch kurz vor den Ferien bei seinem Coiffeur in Basel, und dann kommt die Massage. Kopf, Hals, Schultern und der obere Rücken werden von kundigen Fingern gedrückt und geknetet und darauf noch von einem Vibrationsgerät behandelt. Und dann erst! Er muss den Rücken frei machen, sich über das Waschbecken neigen und kriegt Schröpfköpfe auf den Rücken. Sechs Stück, aber erst nachdem der Rücken mit einer Wärmelampe vorgewärmt worden ist. Das Schröpfen sei gut gegen Rheumatismus. An dem leiden wir zwar nicht, aber etwas Neues zu erleben, das mögen wir allemal. Seine grosse Konzentration hindert Ömer nicht daran, zwischendurch ein Witzchen zu machen. Als er Jürg zu guter Letzt den Hals ruckartig zur Seite dreht, ähnlich wie es der Chiropraktiker macht, entsteht ein schreckliches Geräusch das mich zusammenfahren lässt. Um Gottes Willen, was ist mit Jürgs Hals passiert?? Ömer hat unter dem Arm versteckt eine Petflasche zusammengedrückt!

Dann setzte ich mich auf den Stuhl, ich weiss jetzt was alles kommen wird. Ruth zögert noch. Als meine Behandlung fertig ist, geht Ruth jedoch mutig in den Salon. Wir Wartenden geniessen derzeit auf dem Gehsteig einen Apfeltee. Nach bald zwei Stunden wird bezahlt, der Preis ist nicht gerade billig, aber wir alle haben das einmalige Erlebnis genossen.

Den Abend geniessen Ruth, Jürg  und ich auf der Terrasse eines ganz feinen Fischrestaurants direkt am Kizilirmak, dem roten Fluss. Der ist zwar sei dem Bau des Stausees nicht mehr rot sondern grün, denn das Geschiebe aus Lehm fehlt, das liegt jetzt im See. Im Wasser schnattern die Gänse und ganz nahe liegen wirklich venezianische Gondeln vertäut. Ferienstimmung pur.

Donnerstag der 15. Mai

Eine Fahrt über flaches Land bringt uns zur Karawanserei, die aus der Seldschukenzeit stammt. Sie liegt ganz allein in der Ebene, weshalb ihre Mauern und Türme schon von weitem sichtbar sind. Jünger als das Gemäuer sind die Schattenbäume des Parkplatzes; seine Grösse bringt mich zu dem Schluss dass da wohl Veranstaltungen stattfinden. Ein wunderschönes mit Stalaktiten verziertes Tor öffnet sich zum Innenhof. Einem grossen Innenhof. He ja, die Kamele, oder waren es eher Pferde, mussten hier ja Platz finden. Ein Teil der Umgebungsmauern ist neu wiederhergestellt worden. Diese Steine sind heller als die alten, verwitterten, weiss-gelblich mit rosa Marmorierungen. So ein Mäuerchen im Garten gefiele mir auch. An den Längsseiten liegen viele kleinere Räume, hier sei gekocht und gewohnt worden. Mitten im Hof steht ein Brunnen, sein Wasser fliesst über eine flache, dreistufigen Schale, es ist kühl. Gegenüber dem Eingang schliesst sich ein grosser, kuppelüberdeckter Raum an. Kühl ist es hier drin, die Atmosphäre beinahe wie in einer Kirche. Mitten drin, genau unter der Kuppel liegt ein glatter, glänzender Holzboden, darum herum sind Tribünen aufgebaut. Hier würden Derwischtänze für die Touristen dargeboten! Deshalb also der überdimensionierte Parkplatz. Doch diese Tänze haben nichts mehr mit der Spiritualität der Sufis zu tun, das sind einfach Tänzer die sich 20 Minuten lang drehen. Jedoch, unter dieser Kuppel würde ich gerne eine halbe Stunde lang drehen, besonders weil leise Nay-Musik spielt. Aber so vor der ganzen Gruppe? Nein, das geht nicht. Der Drehtanz ist so wunderbar weil er mich in meine Mitte bringt. Nicht in die Trance, dafür tanze ich die Tänze der Berberfrauen, einfach in meine Mitte die ich dann ganz stark spüre, ein Baumstamm, geerdet und mit dem Oben verbunden, zwischen Erde und Himmel gehalten. Als Erinnerung kaufe ich im Lädeli eine CD mit Musik Nar-i-Nay.

Die Weiterfahrt bringt uns in ein weiteres Openair-Museum. Das Tal ist noch schöner als die wir bereits gesehen haben, durchwandert sind. Immer wieder sehe ich kleine und kleinste Rebenäckerchen, Aprikosen- und Nussbäume. Und viele, viele Höhlen. Dieses seine noch bis 1950 bewohnt gewesen und hätten dann wegen Einsturzgefahr geräumt werden müssen. Dass dem so ist zeigen die hausgrossen, abgebrochenen Felsbrocken, die Höhlen bei denen eine ganze Wand herausgebrochen ist und jetzt im Talgrund liegt. Hier hätte es, ich meine früher, als die Höhlen noch fest hielten, Susanne auch gefallen, denn die Frauen konnten sich über das enge Tal hinweg miteinander unterhalten. Wir besichtigen eine alte, noch gut erhaltene Mühle. Der Mühlstein ist riesig und wurde von einem Maultier gedreht. Gleich daneben befinden sich zwei Kirchen. In einer erkennen wir noch an die Wand gemalte Reben, was ihr auch den Namen Weinrebenkirche gab. Eine weitere zeigt an der rückwärtigen Innenwand zwei grosse, in den Stein gemeisselte Kreuze, weshalb sie Heilig-Kreuz-Kirche heisst. Ich denke dass sie früher anders hiess, vielleicht nach dem Namen des Heiligen dem sie geweiht war. Die Seitenarme und das obere Ende der Kreuze verdicken sich nach aussen hin, der untere Arm ist verlängert, das sei die Form der armenischen Kreuze, die später von den Maltesern übernommen worden sei. In diesem Raum spüre ich seine frühere Bestimmung, die Spiritualität. Viele uralte Kirchen behalten ihre Ausstrahlung über Jahrhunderte, andere nicht.

Ein Übergang führt uns in ein zweites Tal, doch eigentlich gehören die beiden zusammen. Wieder staunen wir über die grosse Anzahl von ehemaligen Höhlenhäusern. Es gebe auch noch ein drittes Tal, und zwei davon seien durch einen Tunnel miteinander verbunden. Das Grün des Talbodens bildet einen hübschen Kontrast zu den kahlen Felsen, und da erkenne ich auch etwas wie einen ausgetrockneten Wasserlauf. Im Sommer sei der schon immer trocken gewesen, dann hätten die Bewohner der Täler das Wasser ganz oben bei der Quelle holen müssen. Wie bequem habe ich es doch daheim, muss nur den Hahn aufdrehen und schon fliesst es, das Wasser. Die Wege hier sind sehr gepflegt, mit Steinplatten belegt.

Nun fallen doch tatsächlich Regentropfen, die hindern uns aber nicht am Weitergehen. Ich packe meinen Schirm aus, um ihn zehn Minuten später wieder in den Rucksack zu verstauen.

Am Talende gibt es Mittagessen bei Serife und ihrer Schwester, die führen zusammen eine Imbissbude. Die Schwester kocht und Serife presst den herrlichen Orangen- und Granatapfelsaft. Da sitzt also die Schwester, bodenerdig, vor sich ein grosses Holzbrett und rollt mit einem einfachen Rundholz hauchdünne Teigfladen aus. Um sie zu drehen faltet sie diese um das Rundholz, schwingt sie in die Luft  und fängt sie gedreht wieder auf. Bei mir würde er bestimmt im Staub landen. Nun wird er mit Käsebröckchen und Gemüse gefüllt, gefaltet, auf dem heissen, offenen Blech kurz gebacken und nennt sich nun Pide. Die schmecken herrlich.

Eine kurze Fahrt bringt uns zum Rosental.

Nie hätte ich gedacht, dass es Punkto Schönheit noch eine Steigerung geben könnte. Doch dieses Tal ist wirklich noch schöner als die der letzten Tage. Bereits der Abstieg ist romantisch, und das Tal wird immer noch reizvoller. Obwohl kaum Rosen blühen ist es das allerschönste der Täler die wir bis jetzt kennen. Nie hätte ich geglaubt, dass an jedem Tag nochmals eine Steigerung möglich wäre. Nach kurzem Weg treffen wir auf das Haus von Charlotte, einer Freundin Susannes und ihrem Partner Yilmaz. Schon von weitem frage ich mich was denn das für Vögel seien die da auf den Felsen sitzen. Es sind getöpferte, Charlotte ist Bildhauerin. Leider ist sie nicht zuhause, wir rasten kurz auf dem grossen Platz vor dem Wohnfelsen. Da ist auch ein kleiner Garten mit Gemüse und Reben. Die beiden wohnen wirklich allein, abseits jeglichen Verkehrs und anderer Menschen. So gar nie ein Schwätzchen mit der Nachbarin halten können? Nicht ganz mein Ding. Später im Tal treffen wir die beiden, Charlotte und Susanne fallen sich stürmisch in die Arme.

Langsam wird das Tal flacher, was wohl sein Ende bedeutet. Doch wir steigen nochmals kurz auf, und auf dem Übergang gibt’s Gipfelrast, natürlich mit einem Gipfelfoto.

Dann kommen wir zur Hohen Kirche die so ganz anders ist als die wir bis jetzt gesehen haben. Ein gotischer Bau im Bergesinnern. Hoch wie eben die gotischen Kirchen sind, die Säulen mit schönen Kapitellen abgeschlossen, Seitenschiffe, ein grosser Chorraum. Ich stehe einfach da und schaue, schaue rundherum, nach oben, den Wänden, den Kapitellen nach, nehme die Schönheit als Bilder in mich auf und mit mir. Warum mich diese Kirche so unglaublich schön dünkt? Da ist nicht überflüssiges, keine Malereien, nur wenig Verzierungen, nur Stein und Form.

Der „Biergarten“, unser nächster Halt bildet einen scharfen Kontrast dazu, jedoch einen guten und willkommenen. Bier in einem „Teehäuschen“? Das hätten wir Susannes Mann Michael zu verdanken, und es ist sogar kühl. Die Aussicht ins Tal ist im Preis inbegriffen. Gleich oberhalb des Biergartens liegt nochmal eine Kirche, und auch diese besichtigen wir. Die wievieltes es ist? Ich habe sie nicht gezählt. Die Apsis ist voll bemalt und die Farben sind gut erhalten. Jedoch fehlen, wie schon in anderen Kirchen, den meisten Figuren die Köpfe, sie sind abgespitzt worden. Ein Bildersturm wie bei uns während der Zeit der Reformation. Hier mag ich vor allem die Farben, blau, ocker und viele Orangetöne

Vom Biergarten aus führt der schmale, beinahe weisse Weg in die Höhe zu mannigfaltigen kleinen rosa Kegeln, zwischen ihnen hindurch und weiter zu schwefelgelben Türmchen. Der Pfad ist sandig, da wächst nur noch sehr wenig. Wenn, dann stechen die kleinen Büschel von blauen und gelben Blumen und der wenige orangefarbene Mohn ins Auge. Eine paradiesische, verzauberte Landschaft. Über der Kuppe sehen wir unter uns wieder ein Tal, eher klein, durchlöcherte mehrfarbige Felsen. Der Talgrund ist grün, die Felsen leuchten ganz weiss, manchmal rosa oder auch gelb. In vielen davon sehen wir reihenweise kleine viereckige Öffnungen – Einfluglöcher für die Tauben. Ja, früher wurden hier massenhaft Tauben gehalten, ihr Kot war ein prima Dünger. Ist es heute noch, Europa importiert Vogeldünger, Guano, aus Südamerika. Und der Dreck unserer Tauben wurde vom Gärtner auch sehr geschätzt. Oft sind diese Einfluglöcher ornamental verziert, meist orange oder braun. Wie nur holten sich die Bauern den Taubenmist aus den Schlägen? Ich sehe keine Treppen die zu den oft senkrechten Felswänden führen. Die Kappadokier seien schon immer ausgezeichnete Kletterer gewesen, meint Susanne, und manchmal sei so ein Taubenschlag auch von hinten zugänglich gewesen. Dass die Menschen die einst hier gelebt haben sehr gut klettern konnten beweisen auch die „Treppenhäuser“ die als kleine Einkerbungen in den Felswänden oft senkrecht in die Höhe führen. Da war meine Arbeit einfacher, unser Taubenschlag war ein ebenerdiger Stall, die Hühner bewohnten die eine, die Tauben die andere Hälfte.

Der Weg ist manchmal eng zwischen Felswände gezwängt, führt unter Felsbrücken durch, kurz durch einen alten Bewässerungskanal, das Tal wird immer grüner, die herrlichen Felswände zu beiden Seiten bleiben. Augen, trinkt euch voll. Ich hätte Lust in dieser Landschaft zu spielen, sie bietet sich an sich zu verstecken, Häuschen zu bauen, Kinderschlachten zu schlagen, Dökterli oder fangen zu spielen.

Eine kurze Fahrt bringt uns nach Avanos zurück. Beim Aussteigen verabreden wir uns zum Nachtessen im „Kebab House“. Sieben von uns kommen mit, Judith und Rolf werden ins feine Fischrestaurant am Kizilirmak gehen, das haben wir ihnen wärmstens empfohlen. Sehr eng gedrängt setzen wir uns auf den Minibalkon im zweiten Stock. So eng, dass wir nach dem schmackhaften Essen gleich zu einem Bummel aufbrechen. Über die Fussgängerbrücke, dem Fluss entlang und über die grosse Brücke zurück zu unserm Hotel. Da sitzen wir dann noch bei einem Glas Wein zusammen, lassen den Tag nochmals an uns vorbeiziehen, plaudern und lachen. Das mag ich doch so, zusammen sein bei einem Glas Wein, es dürfen auch zwei sein.

Freitag der 16. Mai,

Da sitze ich wieder allein und in der Ruhe im Innenhof, rauche die erste Pfeife des Tages, trinke den ersten Kaffee, schreibe und bin völlig zufrieden. Vom Fluss her höre ich die Gänse schnattern. Weshalb essen die Menschen hier keine Gänse, wo sie doch Hühnerfleisch mögen? Langsam füllt sich der Hof, Menschengeschnatter übertönt jedes der Gänse, eine grössere Gruppe Franzosen ist angekommen.

Wieder unterwegs machen wir  Pause bei einem Freiluft-Teehäuschen, diesmal sogar mit religiösen Schriften, die jedoch keine und keiner kaufen mag, obwohl der Text auf Deutsch geschrieben und damit verständlich ist. Es ist so angenehm dass wir immer Zeit für einen Tee haben und Susanne uns diese Zeit auch schenkt. Hier verabschieden wir Fatma, unsere lokale Begleiterin, denn dies ist der letzte Tag den sie mit uns verbringt. Führerin kann ich sie nicht nennen, denn sie hat nie etwas erklärt, lief einfach mit, kam selten mit in eine der Kirchen und hat meist telefoniert. Trotzdem finden wir nette Worte für sie und übergeben ihr mit einem Miniblumensträusschen in einem von Susanne gespendeten Etui ihr Trinkgeld. Sie ist gerührt, mich dünkt ihre Augen seien feucht geworden. Warum war Fatma denn überhaupt bei uns? Seit einiger Zeit ist Susanne verpflichtet eine Einheimische mit zu nehmen und auch zu bezahlen. Das ist wohl Arbeitsbeschaffung. Wir verabschieden sie weil sie uns heute verlassen wird.

Der Wochenmarkt in Avanos bietet alles, wirklich alles an was eine Frau, eine Familie braucht. Früchte und Gemüse, Butter und Käse, Küchen- und Handwerksgeräte, Stoffe, Kleider, Unterwäsche, Schuhe, Plastikblumen und knallbunte Wandteppiche.

Unter der grossen gedeckten Halle bieten Händler Früchte und Gemüse an. Es sind nicht Produzenten, sie kämen mit Lastwagen aus dem Süden, und sie rufen ihre Ware lautstark aus. Ausschliesslich Männer.  Da sehe ich die ersten kleinen Kirschen. Am Rande der Halle sitzen dann die Bäuerinnen und Bauern mit den Erträgen ihrer eigenen Gärten. Die einheimischen Familienfrauen wissen um die bessere Qualität bei den Bäuerinnen und sind auch bereit dafür einen höheren Preis zu bezahlen. Spannend ist die Käseecke. Ich sehe Kindskopf grosse Laibe eines Mozarrella-ähnlichen Käses, fein zerbröselten, wie Nudeln geschnittenen, und nur einmal einen gereiften Käse. Beim Käse wird auch Butter am Stücke feilgeboten. Später, wenn es wärmer würde, verschwände die Butter vom Markt, erklärt uns Susanne. Jeder Käsestand verkauft auch Honig in ganz verschieden grossen Behältnissen. Zuoberst auf jedem liegt eine Scheibe Honigwabe. Gerne nähme ich von dem Honig mit, doch die Verpackungen machen nicht den Eindruck sie seien flugzeugtauglich. Ich habe schon erwähnt dass ausser den Bäuerinnen nur Männer bedienen, sogar bei der Damenunterwäsche die sehr reizend, ja aufreizend sein kann. So heisse Tangas findet frau in Basel nur Im Sexshop. Beim Ausgang vom Markt steht noch ein Stand mit auf Schnüren gereihten Pflanzenkapseln. Das sei Okra. Den Namen kenne ich, aber gekostet habe ich davon noch nie. Also eingekauft, je eine meterlange Schnur für Stefan und Anke, Martin und Nicole und für uns. Gleich nebenan erstehen wir noch Zahnpasta, ich habe vergessen meine einzupacken. So wenig habe ich vergessen, nur die Zahnpasta!

Susannes Höhlenwohnung – darauf bin ich seit Tagen neugierig, hatte gehofft sie sehen zu dürfen, und nun sind wir auf dem Weg dahin. Susanne meint zwar, sie hätte nicht geputzt! Warum nur meinen wir Frauen immer dass bei uns alles blitzsauber zu sein habe? Ist das denn unser einziger Ehrgeiz, können wir nicht viel mehr als putzen? Da ist Susanne eine so intelligente, selbständige, lebenserfahrene Frau und meint wie jede andere auch, sie würde nach dem Zustand ihres Zuhauses beurteilt. Sie macht doch einen Superjob, was soll denn das bisschen Staub in der Wohnung! Gottlob hat sie sich überwunden uns die ungeputzte Wohnung trotz allem zu zeigen. Da bin ich froh für sie und für uns alle. Denn die Wohnung ist einmalig.  Treppchen auf und Treppchen runter, ein Höhlenzimmer schliesst sich an das andere. Alle sind mit wunderschönen Teppichen ausgelegt, kleine Möbel welche die ebenfalls kleinen Räume nicht erdrücken, Sitznischen in den ehemaligen Futterkrippen, alte Gebrauchsgegenstände und getöpferte Figuren bilden den passenden Schmuck vor Wänden in warmen Orange- oder Gelbtönen. Die geschmackvolle Wohnung strahlt viel Gemütlichkeit aus. Heimelig ist das passende Wort, doch es gibt keine Übersetzung dafür, weder in der Schriftsprache noch im Französischen. Und erst die Balkone und Terrässchen, vorne raus hat fast jedes Zimmer sein Plätzchen an der Sonne, zum sitzen, zum liegen, lesen, ruhen, geniessen. Manche der kleine Höfe sind so grün wie ein Garten, denn da rankt sich eine Rebe empor, wächst ein Essigbaum und es blüht in den Töpfen. Die Zimmer gegen das Tal haben ja Fenster und Türen nach draussen, also auch viel Licht, nur die hinteren und unteren Räume sind wirklich Höhlen. Hier in ihrer Traumwohnung übergeben wir Susanne auch unser kleines Geschenk mit der von Brigitte gezeichneten Karte. Eine Flasche Avanoswein, Schweizerschokolade und einen Umschlag mit unser aller herzlichstem Dank. Ich bin ja so begeistert von Kappadokien und von Susanne, ich kann beides nicht voneinander trennen, dieses Land wird für mich immer mit Susanne verbunden bleiben.

Zu Fuss gehen wir nun zur grossen Moschee. Wir Frauen haben Kopftücher dabei, doch der Vorsteher der Moschee ist gerade so aufgelegt dass er uns unverhüllten Hauptes eintreten lässt. Nur die Schuhe müssen wir ausziehen. Da sitzen wir auf dem weichen Teppich. Mir gefällt die Moschee gut, die klaren Formen sind schlicht, nichts ist überladen, die bunten Fenster lassen ein weiches morgendliches Licht ein, und auch die Kühle tut gut. Die Menschen gehen auch in die Moschee um einfach nur um ein wenig Ruhe zu finden. Das konnte ich früher auch bei uns in einer Kirche tun, früher, heute sind tagsüber fast alle Kirchen geschlossen und verloren damit eine ihrer Aufgaben. Die langen Wiederholungen der eher kurzen muslimischen Gebete  helfen zu innerer Ruhe, zu Zufriedenheit und ein Sammeln auf sich selbst.

Also auf zur Frauengemeinschaft. Es schmeckt uns wieder wie zuvor, es ist ruhig und einigermassen kühl in dem hohen Raum, wir sitzen gemütlich.

Es ist Mitte des Nachmittags und die Zeit bis zum Abend frei. Gleich am zweiten Tag hat Jürg auf seinem morgendlichen Spaziergang ein Hammam entdeckt. Die Gebäude sind an den vielen Kuppeln und Küppelchen ja leicht zu erkennen. Wir drei beschliessen hinzugehen. Susanne hat uns zwar erklärt, da der Hammam gemischt sei gingen nur noch Touristen hin. Ist uns egal, Hammam ist immer eine Wohltat. Beim Eintritt verlangt der Mann zuerst 30 Euros, was wir aber nicht zu bezahlen gewillt sind. Nach einigen Minuten sind wir bei 40 Lira und uns einig. Die Behandlung dauert dann nur eine Stunde statt anderthalb, gut tut es alleweil. Und nun sitzen wir im schönen Innenhof des Hotels. Auch nach Tagen gibt es hier immer noch Neues zu entdecken. Der Besitzer muss seit langem Sammler sein, so viel wie er zusammengetragen hat. Radios, Nähmaschinen, Schlüssel, Tongefässe jeglicher Form, Körbe, Teppiche, Ziergegenstände aller Art. In einer Nische steht ein Taubenpärchen, sie neigen sich einander zu, und die haben es mir ganz besonders angetan. So gerne stellte ich sie in unserem Garten auf. Immer schaute ich mich in den Töpfereigeschäften um, ob ich nicht dieselben fände. Leider nicht, aber wenigstens hat Rolf ein wunderschönes Foto von den beiden Vögeln gemacht.

Das Abendessen geniessen wir alle gemeinsam, wieder bei Sancho Pansa. Seine Terrasse ist halt einfach schön, und wir haben auch genügend Platz für alle. Ruth’s und mein Fleisch ist zwar so zäh dass wir es kaum beissen können. Trotz unserer noch eigenen Zähne. Mit den Knochen der Schafskoteletten packen wir es ein und geben es Susanne für „ihre“ Hunde mit. Sie füttert die herrenlosen Hunde regelmässig. Viele davon sind beige mit dunkler Schnauze, wären sie gesund und gepflegt, wunderschöne Tiere. Es seien Kangals, eine einheimische Rasse und sehr liebenswerte Tiere.

Zum Abschluss des Tages, der Woche, überhaupt unserer gemeinsamen Zeit, setzten wir uns nochmals in den Innenhof unseres Hotels zu einem Glas Wein zusammen. Eine Stunde angeregten Gesprächs, des Lachens, des sich Erinnerns. Wir sind uns einig dass diese Woche mit Susanne ganz besonders war, besonders eindrücklich, besonders schön, lustig und anregend.

 

DANKE, SUSANNE

weitere Kundenmeinungen zu Susanne Oberheu:

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Datum: Sonntag, 13. Juli 2014 9:04
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