Das berühmte Freilichtmuseum von Göreme

Großer Andrang am „Göreme Open Air Museum“

 

Von Touristenzentrum Göreme zufuß kommend weist ein Schild daraufhin, dass es zum Göreme Open-Air-Museum hier entlang ginge. Statt geradeaus dem Bürgersteig Richtung Eingang folgend, solle man nun hier abbiegen. Der Grund wird schnell deutlich: der Weg führt eng durch eine Gasse mit Souvenirläden auf beiden Seiten und endet vor 2 Kamelen, ein untrügliches Zeichen dafür, dass wir uns bei einem der größten touristischen Attraktionen der Region befinden. Hinter den mit Tüchern und Figuren für die heimische Vitrine vollgepackten Baracken stehen dann auch die Reisebusse in Reih und Glied; bis zu 20 Stück können es zu Stoßzeiten schon mal werden.  Jeder der Kappadokien auch nur für einen Tag besucht, geht in das berühmte Göreme-Open-Air-Museum. Der Eintrittspreis ist dann auch für Kappadokien verhältnismäßig hoch mit ca. 7,-€.

20 Busse bedeuten ca. 1000 Besucher.

Das Open-Air-Museum ist eine ehemalige Klosteranlageaus dem 11.Jahrhundert mit etwa 10 kleineren Kapellen, dazu Refektorien, Küchen etc. Die Kappellen, zum Teil mit den best erhaltensten Fresken Kappadokiens, sind in der Regel nicht größer als 15-20 m². Nur die Tokali-Kirche außerhalb des Geländes hat Kirchengröße. Diese durchaus sehenswerten Kappellen befinden sich in Tuffkegeln und im Felsen, verteilt an einem kleinen Rundgang.

 

Man stelle sich nun 1000 Besucher vor, die in 150-200 m² Kapellenfläche drängen. Große Menschentrauben vor den Höhleneingängen füllen das kleine Tal. Ein Museumswächter tippt auf seine  Armbanduhr:“ Three minutes!“ Der Reiseleiter einer Busgesellschaft zwängt seine Schäfchen nun in die dunkle Höhlenkirche. Aber auch bei aller Liebe, 50 Personen passen nicht auf den schmalen eingezäunten Weg innerhalb der kleinen Kappelle; der Reiseleiter drängt, die Zeit läuft, er brüllt seine Informationen in die dichte Menge und schon mahnt der Museumswächter, dass die 3 Minuten vorbei sind. Die Luft in der Kappelle ist stickig und schwül. Die meisten Kulturinteressierten sind froh, wieder ins freie Gelände zu kommen. Aber wofür sie nun 20,- Lira zahlen mussten ist ihnen nicht klar und sie sind unzufrieden. Der Reiseleiter bekommt schlechte Laune und die Stimmung im sonst so beschaulichen Mönchstal von Göreme ist eher gereizt. Reiseleiter unterschiedlicher Gesellschaften giften sich an. Die Laune der Museumswächter, die vor jeder Höhlenkirche die Zeit messen, ist auch nicht die beste. Dennoch sagt sich der Besucher :“Was muss, das muss und erträgt das alles!“ Wie lange die 1000 Jahre alten Fresken diesen Ansturm von feuchter Atemluft ertragen werden, das wartet die Museumsverwaltung offensichtlich geduldig ab.

Schwierig wird die Situation allerdings erst, wenn, wie es regelmäßig passiert, in Göreme der Strom ausfällt. Das ist kein Problem für Hotels, Restaurants und sogar die Souvenirläden schalten dann ihre Generatoren an; man hat sich darauf eingestellt. Nur das Göreme-Open-Air-Museum besitzt offensichtlich keinen Generator! Die sowieso dunklen Höhlenkirchen liegen dann vollständig im Dunkeln. Dennoch wird ohne jeden Hinweis, dass man zurzeit im Museum ja gar nichts erkennen könne, weiterhin Eintritt in Massen kassiert: 15.000,-€ ohne dass man irgendetwas von den berühmten Fresken sehen würde. Die Museumswächter vor den Eingängen sind auch verschwunden; nicht, um  Taschenlampen zu holen, sondern weil ja jetzt sowie keiner mehr in die Kirchen geht.

Die schönste Kirche von Kappadokien ist die sogenannte „Dunkle Kirche“  im Göreme-Open-Air-Museum“, die so heißt, weil hier noch weniger Tageslicht hineinfällt als in die anderen, was die Farbenpracht der Fresken erhalten hat. Freundlicherweise sagt einem dann auch der Museumswächter, dass sie dunkel ist, bevor er die zusätzlichen 4,-€ dafür kassiert.               

 

Susanne Oberheu

 

Besuchen Sie Kappadokien nie ohne Taschenlampe!

Besuchen Sie Kappadokien nie ohne Taschenlampe!

www.kappadokya-travel.com

Autor:
Datum: Sonntag, 5. Juni 2011 10:09
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Christentum, Freizeit, Kunst, Tourismus

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Kommentare sind geschlossen,
aber Du kannst einen trackback auf Deiner Seite setzen.

Keine weiteren Kommentare möglich.