Beitrags-Archiv für die Kategory 'Architektur'

Die Luxushäuser des 21.Jahrhunderts: Höhlen

Donnerstag, 29. Dezember 2011 11:21

Gibt es heute noch Höhlenbewohner?

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Was assoziieren wir, wenn wir an Höhlenbewohner denken: frierende Menschen mit einem groben Fell bekleidet um eine rauchende Feuerstelle kauernd und an halbrohen Mammutknochen hungrig nagend. Die Höhle ist dunkel, dreckig und feucht und durch die Öffnung im Fels zieht der kalte Wind hinein. Diese Höhle bietet Schutz vor Regen und Stürme und vor Feinden und wilden Tieren, ist aber ansonsten ziemlich unkomfortabel.

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Was für eine Legende!

Die Wohnhöhle, zumindest in Kappadokien, ist die reinste Luxusbehausung!

Die Höhlen sind warm und trocken und das sehr gesunde Raumklima wird bisher von keinem Hightech-Ökohaus erreicht.

 

 

 

Gehen wir einmal davon aus, dass die Höhlenöffnungen nicht durch wehende Felle verschlossen sind, sondern durch hochwertige Isolierverglasung, die auch das Tageslicht weit in die Höhlen lässt. Die kappadokischen Höhlen haben, je nachdem wie tief sie in den Felsen gehauen wurden, konstante Temperaturen von ca. plus 8-17° C, unabhängig davon, ob draußen plus +45°C oder minus -20°C herrschen. Das sind ideale Voraussetzungen nicht nur für Wein und Gemüse das ganze Jahr über, ohne jede Energiezufuhr. Auch Menschen fühlen sich unter bestimmten Bedingungen hier pudelwohl.

Die Wohlfühlraumtemperatur für Menschen liegt bei ca. plus +20°C. Also muss eine zusätzliche Heizquelle her.

Auch ästhetisch eine echte Herausforderung: die Höhlenwohnung

Auch ästhetisch eine echte Herausforderung: die Höhlenwohnung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch hier gelten besondere Höhlenvoraussetzungen, denn die künstlich erzeugte Wärme, um die Raumtemperatur auf kuschelige 20°C zu bringen, geht in der Höhle kaum verloren: eine Handvoll Kohlen und ein paar Holzscheite reichen aus, um 100 m² Wohnfläche über Stunden warm zu halten. Die Wärme wird genau wie die Ausdünstungen der Menschen vom porösen kappadokischen Fels aufgesogen und nach und nach wieder abgegeben. Regelmäßiges Lüften ist zwar notwendig, um die Feuchtigkeit hinausziehen zu lassen. Deswegen wird es aber nicht gleich kalt in der Luxusbude: denn meterdicke Wände speichern die Wärme und geben sie nur sehr langsam wieder ab. Gerade Schlafzimmer, die des Nachts sehr viele Ausdünstungen der Menschen aushalten müssen, sind in der Höhle am besten platziert: 

Die Wände nehmen die Feuchtigkeit auf und das Raumklima bleibt gesund trocken. Schimmelpilz und Milben gibt es hier nicht.   

Das einzige Problem bei Höhlen ist die Dunkelheit der hinteren Bereiche und dass dort keine organischen Feuerstellen möglich sind, da man durch mindestens 20 Meter Fels kaum ein Ofenrohr gestemmt bekommt, außerdem benötigt organische Verbrennung zusätzlich Luft. Die Lösung des 21.Jahrhunderts heißt also Fußboden-Zentralheizung. Auch hier gilt wieder: wenig Energie mit einer großen Wirkung: die Höhle als Fast-Null-Energie-Haus!

Und auch der heute übliche Wohnkomfort passt in runde Räume:

500 Fernsehprogramme weltweit!

500 Fernsehprogramme weltweit!

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer sagt denn, dass man in Höhlen keine modernen Traum-Küchen oder luxuriöse Wellness-Bäder bauen kann, mit einem ganz besonderen Charme? moderne-hoehlen-wohnung-architektur-hauser-kappadokien-tuerkei-zentral-anatolien1

Was aber die Dunkelheit der nicht zu den Öffnungen gewandten Räumen betrifft, so muss hier auf innenarchitektonische Tricks der elektrischen Beleuchtung zurückgegriffen werden. Bei gleißender Sonnenstrahlung im Sommer in Kappadokien ist das Dunkel der Höhle sogar eine Wohltat. Und nun kommt der psychologische Vorteil des Höhlenwohnens ins Spiel: das unbeschreibliche Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. Denn hier treten unsere Ur-Instinkte aus Steinzeittagen wieder hervor: die Höhle vor allem als Schutzraum vor der Außenwelt. Höhlen sind nur zu einer Seite geöffnet, der hintere Bereich ist von undurchdringlichem Fels umgeben: ungebetene Gäste und Lärm bleiben draußen. Liegt die Höhle mitten im Stadtzentrum wie zum Beispiel der quirligen Kleinstadt Avanos in Kappadokien, so betritt man mit seiner Höhle eine traumhafte Oase der Ruhe, kühl im heißen Sommer und wohlig warm in den klirrend kalten Wintermonaten, mit einem wunderbaren atmungsaktiven Raumklima. 

Der größte Vorteil der Höhlenwohnung aber ist, dass sich Handys hier von allein abstellen. Kontakte zur Außenwelt sind nur durch Verkabelungen möglich.

- Was für eine himmlische Ruhe!

Entspannung und Ruhe in einem Höhlenhaus

Entspannung und Ruhe in einem Höhlenhaus

 

 

Höhlenbewohner

Susanne Oberheu

und Michael Wadenpohl

 

www.kappadokya-travel.com

 

 

 

Thema: Architektur, Skurriles | Kommentare (0) | Autor: admin

Die prächtigsten Höhlenkirchen von Göreme

Dienstag, 5. April 2011 10:36

tuerkei-kappadokien-kultur-bildungs-reise-goereme-museum-kunst-fresken-hoehlen-kirchen-byzantinische-malerei

Die „Dunkle-“ und die „Schnallen“-Kirche:

 

Zu den schönsten Kirchen Kappadokiens, die bisher gefunden wurden, gehören die Dunkle- und die Schnallen-Kirche im Freilicht-Museum von Göreme. Ihre Farbenpracht und ihren guten Zustand verdanken sie tatsächlich der Dunkelheit. Von Menschen unentdeckt hatten diese Kirchen in der unterirdischen Felsenlandschaft von Kappadokien einen 1000-jährigen Schlaf geschlummert, bis kappadokische Schäfer einen kleinen Zugang im Berg fanden und ihn frei räumten. Durch das fehlende Tageslicht haben die wertvollen Fresken dieser Kirche die lange Zeit gut überstanden.  

Die „Dunkle Kirche“ stammt aus dem 11.Jahrhundert und gehört zu den am prächtigsten ausgestatteten Kirchen Kappadokiens. Sie stammt aus einer Zeit, als ein Kappadokier als Kaiser in Konstantinopel das große byzantinische Reich für kurze Zeit befrieden konnte, Kappadokien ausnahmsweise einmal nicht umkämpftes Grenzgebiet war und weder Araber noch Perser die verschreckten Menschen ständig in die unterirdischen Städte trieben. Reiche Stifter und hervorragende Künstler gaben sich in dieser Friedensperiode die Klinke in die Hand. Es war eine wahre Blütezeit, aus der diese reich ausgestatteten Kirchen stammen.

Ende des 11.Jahhunderts fielen bereits neue Eroberer nach Kappadokien ein: die turkmenischen Seldschukken entrissen nun für immer die Region dem christlich-byzantinischen Machtbereich. Das tat dem christlichen Mönchsleben in Kappadokien allerdings kaum Abbruch. Die Seldschukken herrschten tolerant und so entstanden weitere prächtige Kirchen.

Entgegen der Ausschilderung im Göreme-Museum stammt nämlich die neue Tokali (Schnallen-)Kirche nicht aus dem 11. sondern aus dem 13.Jahrhundert, wie die deutsche Kunsthistorikerin, Hanna Wiemer-Enis in ihrer Dissertation beweisen konnte.

Selbst dem Laien scheint es schon ganz unwahrscheinlich, dass diese dicht beieinander liegenden Höhlenkirchen aus derselben Epoche stammen sollten: hier der Pantokrator, dort Jesus am Kreuz in der Hauptapsis. Außergewöhnlich ist auch die liebkosende Maria, Maria Eleusa, in der Tokalı Kirche. Szenen aus Jesu Leben sind ganz unterschiedlich dargestellt und kombiniert.

Bedenkt man, dass die byzantinische Malerei wie auch die Ikonenmalerei 1000 Jahre lang sehr strengen immer gleich bleibenden Regeln unterworfen war, so sind die Unterschiede zwischen der „Dunklen-“ und der „Schnallen“(Tokalı)-Kirche erheblich. Natürlich gab es Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte und auch regionale Eigenheiten. Dennoch gilt der byzantinische Stil als statisch und ist genau deshalb als oberflächlich und zurückgeblieben im Westen immer wieder verkannt worden. Tatsächlich aber vermitteln die griechisch-orthodoxen Fresken und Al-Secco-Malereien des byzantinischen Reiches eine sprituelle Tiefe, die in unserer westlichen materiellen Welt fast verloren gegangen scheint.

Leider läßt der große Besucherstrom, der diese kleinen Kirchen heute besucht, keinerlei Spriritualität mehr zu. Laut ist es geworden in den heiligen Kappellen und Kirchen. Man muss die Zeiten kennen, während der man manchmal ganz allein in dieser Pracht stehen kann und dann erfasst den Betrachter ein leichter Schauder und er ahnt, dass diese Ausschmückungen ganz und gar nicht oberflächlich sind.

Susanne Oberheu

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www.kappadokya-travel.com

 

 

Thema: Architektur, Archäologie, Christentum, Kirchengeschichte, Kunst, Vulkanismus | Kommentare (0) | Autor: admin

Hat Gaudi abgeguckt?

Freitag, 11. Februar 2011 17:54

 

Antoni Gaudi war ein katalanischer Architekt und lebte von 1852 bis 1926. Die meisten seiner großartigen Bauten stehen in Barcelona, Tausende von Kilometer von Kappadokien entfernt. Seine Architektur ist organisch, verspielt, oft skurril und niemals gleichförmig. Er gilt als einer der größten Architekten der Welt, seine Baudenkmäler gehören zum Weltkulturerbe……….

 

…….all das trifft auch auf  die Landschaft und Wohnhöhlen von Kappadokien zu!

 

Aber Gaudi soll Kappadokien nie gesehen haben?!?

 

 

Von der Natur geschaffen in Kappadokien

Von der Natur geschaffen in Kappadokien

Von Gaudi geschaffen in Katalonien

Von Gaudi geschaffen in Katalonien

 

Vergleichen Sie selbst:

Von der Natur geschaffen in Kappadokien
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Von Gaudi geschaffen in Katalonien

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  tuerkei-kappadokienwander-kultur-bildungs-reise-architektur-kunst Susanne Oberheu
www.kappadokya-travel.com
Wirklich von Gaudi in Spanien?

Wirklich von Gaudi in Spanien?

 

Thema: Architektur, Kunst, Skurriles | Kommentare (0) | Autor: admin

Gästehaus “KOSKONAK”

Montag, 22. November 2010 13:19

Meterdicke Tuffsteinwände, ein von einer hohen Mauer umgebener schattiger Innenhof mit Sommer- und Winterzimmer und gut temerierten Höhlen dahinter. Ein typisches kappadokisches Tuffstein-Höhlenhaus

Kappadokien ist berühmt für seine Tuffstein-Höhlenhäuser

Meterdicke Tuffsteinwände, ein von einer hohen Mauer umgebener Innenhof mit plätscherndem Springbrunnen, umrankt von grünen Weinstöcken: Das ist im Orient die Vorstellung vom Paradies. Ein traditionelles orientalischen Haus in Kappadokien ist eine Insel der Ruhe und Bequemlichkeit im sonst quirligen orientalischen Leben. Und verborgen im Innern liegen tief in den Fels gehauen die kühlen Höhlen.Mehr Infos: www.kappadokya-travel.com

Thema: Architektur, Freizeit | Kommentare (0) | Autor: admin