Beiträge vom November, 2011

29.10.2011 Türkische Zeitungen berichten über Michael Wadenpohl & Susanne Oberheu

Sonntag, 27. November 2011 10:25

michael-wadenpohl-turkische-zeitungen-botschafter-von-kappadokien-2011

Kappadokien-Liebhaber wird Tourismus-Botschafter von Kappadokien

Übersetzung aus dem Türkischen

 

 

 

 

Der deutsche Bauingenieur Michael Wadenopohl (51) schrieb als Tourist zusammen mit Susanne Oberheu einen Reiseführer in deutsch und englisch über die wichtigsten touristischen Zentren Kappadokiens. Als Tourist reiste er aus Hannover in Deutschland das erste Mal 1986 nach Kappadokien und war von der einzigartigen Schönheit der Region so hypnotisiert, dass er freiwilliger Tourismus-Botschafter von Kappadokien wurde. Seitdem besuchte er die Gegend oft und seit 1993 wohnt er in Avanos. Aus den vielen Erkundungen der Region wurde schließlich ein Buch für Besucher Kappadokiens. Für die Veröffentlichung des Buches erhielt er große Unterstützung von seiner Frau Susanne Oberheu. Durch Veröffentlichung des Buches in englischer und deutscher Sprache macht Wadenpohl sein Buch ausländischen Touristen zugänglich, es wird in vielen Zentren für Tourismus angeboten. Wadenpohl, der sich selbst als Tourist in Kappadokien niederließ, möchte vor allem aus seinem eigenen Land Touristen nach Kappadokien bringen. Die Vorbereitung zur Veröffentlichung des Buches dauerte ein Jahr und nach der Entscheidung, ein Buch zu schreiben, erkundete er mit viel Mühe  Zentimeter für Zentimeter die Gegend. Beide möchten zum Tourismus der Region Kappadokien beitragen, für Touristen aus anderen Ländern, aber vor allem aus Deutschland und einen Leitfaden für einen angenehmen Aufenthalt geben, sagt er und sieht sich nun als Kappadokier. Das Buch steht in völligem Einklang mit den eigenen Beobachtungen und ist durch die Augen eines Fremden geschrieben. 5000 Exemplare wurden bisher in Deutschland und der Türkei verkauft. Einige Zeit des Jahres verbringen Wadenpohl und seine Frau in Deutschland, den größten Teil aber in Kappadokien, sagt Wadenpohl. Die Vorbereitungen zur Erstellung des Reiseführers nahm etwa 10 Jahre in Anspruch. Die 3. und englische Ausgabe ist auf der amerikanischen Internet Shopping-Seite www.amazon.com  zu finden. Das Buch ist besonders denjenigen zu empfehlen, die Kappadokien noch nie gesehen haben. In seinem 348-seitigen Buch beschreibt er Feenkamine, Täler, Kirchen und Kapellen, unterirdische Städte bis hin zu Boutique-Hotels und gibt eine weitere Vielzahl von Informationen.

Erschienen in den Lokalzeitungen in Kappadokien sowie weiteren türkischen Zeitungen November 2011.

Originaltext siehe Belde Zeitung Seite 18 : http://www.beldegazetesi.com/gazeteler/20111029gazete.pdf  

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Avanos - ein Geheimtipp ?

Mittwoch, 9. November 2011 14:27

tuerkei-kappadokien-kunst-handwerker-ort-avanos-am-fluss-kizilirmak

In Avanos ist das Leben noch ganz türkisch

 

Bei Wikipedia ist zu lesen wie auch in manchen Reiseführern, dass die kappadokische Töpferstadt Avanos vom Tourismus leben würde, also besonders touristisch wäre.

Wer das schreibt, hatte sicherlich seine eigene Sicht auf die Dinge, und diese „Dinge“ liegen weit außerhalb von Avanos.

 

Tatsächlich gibt es in Avanos einige sehr große Hotels, sogar ein Hilton und ein Sheraton ist in Planung, außerdem Verkaufshallen, Animationsbetriebe etc..- das heißt am Stadtrand: etwa 1-2 km vom Zentrum und der schönen Altstadt am Fluss entfernt, da wo die Einheimischen ihre Läden haben.

 

Das was den meistenKappadokien-Besuchern von Avanos in Erinnerung bleibt ist das Töpferdenkmal

Was den meisten Kappadokien-Besuchern von Avanos in Erinnerung bleibt ist das Töpferdenkmal

Das „Schöne“ oder Tragische am Massentourismus ist, dass man diese so genannten Bustouristen als normaler Einheimischer nie zu Gesicht bekommt. Das heißt, Tausende von Touristen werden täglich rein in den Bus, raus aus dem Bus und in kürzesten Abständen in die entsprechenden Sehenswürdigkeiten und Verkaufsausstellungen geführt. Die Altstadt von Avanos gehört nicht dazu, denn hier halten im Vergleich zu anderen kappadokischen Ortschaften kaum Reisebusse und wenn, dann nur für 2 Minuten am Töpferdenkmal: ein Foto und schon geht’s weiter. 

 

 

Die kleien Verkaufsläden in der Altstadt von Avanos leben inzwischen hauptsächlich vom Verkauf an türkische Touristen

Die kleinen Verkaufsläden in der Altstadt von Avanos leben inzwischen hauptsächlich vom Verkauf an türkische Touristen. Dass die ersten Touristen, die Kappadokien besuchten, Fransosen waren, ist überall noch zu erkennen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

Avanos ist berühmt wegen seines Töpferhandwerks und da schaffen sich die Reiseunternehmen, die fast alle nicht aus Avanos kommen, eigene Verkaufshöhlen weit entfernt von den anderen Avanos-Töpfern in der Altstadt, da bleibt das Geld in der Familie sozusagen.

Und genau das ärgert die Avanos-Töpfer, denn fast kein einziger dieser Töpfer kann vom Tourismus leben wie immer behauptet.  Auch arbeiten die wenigsten aus Avanos in den großen Hotels oder den extra für den Massentourismus hochgezogenen Restaurants. Auch da bringen die ortsfernen Reiseunternehmen ihre eigenen Leute mit.

Selbst der berühmteste Töpfer von Avanos hat erkannt, dass er mit seiner alten kleinen aber ehemals sehr berühmten Töpferhöhle in der Altstadt keinen Staat mehr machen kann und sich ganz strategisch wenige Meter vom Hilton entfernt eine 3000 m2 große Verkaufshöhle buddeln lassen mit großem Busparkplatz direkt vor der Tür. Dass er für jeden Bus, der vor seinem Laden halten soll, 500,-€ an das Reisunternehmen zahlen muss, scheint sich dann für ihn zu rechnen.

 

Die Menschen in Avanos leben also noch ziemlich bescheiden von dem, was der Individualtourismus ihnen vor die Tür spült und das ist sehr wenig.

 

Zum Vergleich: Avanos hat etwa 12.000 Einwohner. In der Altstadt von Avanos haben sich aber gerade mal 7 Pensionen und kleinere Hotels etablieren können.

Der Hauptort Göreme hat etwa 2500 Einwohner und verfügt über beachtliche 150 Pensionen und  Hotels in seinem Ortskern, Tendenz steigend.

 

Die Avanos-Bewohner leben also wie viele andere Türken auch vom Handel und Handwerk, wenige vom Tourismus. Töpfer haben es inzwischen verstanden, Produktionsaufträge aus dem Ausland an Land zu ziehen.

Toepfer Hakan und sein Bruder Gökan liefern Schmuck- und Gartenkeramiken bis nach Amerika. In seinem kleinen Laden in der Altstadt freut sich Hakan über jeden Besucher!

Töpfer Hakan und sein Bruder Gökan liefern Schmuck- und Gartenkeramiken bis nach Amerika. In seinem kleinen Laden in der Altstadt freut sich Hakan über jeden Besucher!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Oder sie sind Künstler und zeigen ihre Exponate in Ankara, Istanbul oder sogar Europa. In Avanos fehlt der Publikumsverkehr. Dort müht man sich vergeblich ab, potente Käufer in die Ausstellungen zu holen.

Das Atelier Ikizler verfügt in seinen kleinen Ausstellungsräumen in der Altstadt von Avanos über besonders hervorragende Stücke. Hier ist der Eigentümer und Künstler des Ateliers mit einer hethitischen Schnabelkanne zu sehen.

Das Kunst- und Keramik-Atelier Ikizler verfügt in seinen kleinen Ausstellungsräumen in der Altstadt von Avanos über besonders hervorragende Stücke. Hier ist der Künstler Mehmet Ikizler in seinem Atelier mit einer hethitischen Schnabelkanne zu sehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seit ein paar Jahren jedoch haben türkische Touristen Avanos für sich entdeckt. Sie bleiben allerdings immer nur übers Wochenende oder zu den Feiertagen, kaufen ihre Bodenvasen für die schicke Istanbuler Wohnung in einem kleinen traditionellen Töpferbetrieb und flanieren unbehelligt vom ausländischen Tourismus in den schönen Parkanlagen am Fluss entlang. Viele Cafes, traditionelle Lokantas und Bars mit Lifemusik haben sich ganz auf den türkischen Geschmack aus den Großstädten eingestellt. Seit Neuestem gibt es sogar direkt am Fluss ein sehr feines Fischrestaurant und von der Sonnenterrasse geht der Blick über den Fluss zur berühmten Hängebrücke, der schönen Moschee und den kappadokischen Höhlenhäusern von Avanos.  Und für die türkischen Ausflügler hat sich der Restaurantbesitzer etwas ganz Besonderes einfallen lassen, einmalig in der Türkei: ab sofort kann man den Fluss mit einer echten Gondel befahren!

Der Rote Fluss, Kizilirmak, der Avanos durchzieht, ist mit seiner ca.1500 km Länger der größte Fluss der Türkei

Der Rote Fluss, Kizilirmak, der Avanos durchzieht, ist mit seiner ca.1500 km Länge der größte Fluss der Türkei

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So ist Avanos ganz türkisch geblieben und für Ausländer zum Geheimtipp geworden. Wenn außerhalb in den riesigen Höhlenanlagen für 300 ausländische Touristen der Folkloreabend abläuft, kann der Kenner gemütlich in den kleinen und feinen Restaurants und Bars im Zentrum von Avanos dem Können junger türkischer Musiker lauschen und echten türkischen Lifestyle erleben.

 

Und selbst der Geschäftsmann in Avanos ist inzwischen ganz froh, dass er den Knebeln der Reiseunternehmen, dem Lärm und Gestank der laufenden Busse und dem Stress des Massentourismus nicht ausgeliefert ist.

Susanne Oberheu, Bewohner von Avanos

www.kappadokya-travel.com

Die berühmte alte Fussgänger-Hängebrücke, genannt Asma-Köprüsü, führt direkt in die Altstadt von Avanos

Die berühmte alte Fussgänger-Hängebrücke, genannt Asma-Köprüsü, führt direkt in die Altstadt von Avanos

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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