Beiträge vom Januar, 2011

Mystisches Denken in Kappadokien

Sonntag, 30. Januar 2011 12:10

Wie in Sahne versinkt man in dieser Landschaft und der weiche Tuff macht es möglich, dass man nicht an der Oberfläche bleibt

Wie in Sahne versinkt man in dieser Landschaft und der weiche Tuff macht es möglich, dass man nicht an der Oberfläche bleibt

 

Das Gleichnis vom Elefanten - eine wahre Geschichte! 

 

“Einst hatte ein König den Auftrag gegeben, alle von Geburt an Blinden der Hauptstadt an einem Ort zusammenzubringen. Anschließend befahl er ihnen, einen Elefanten zu betasten und danach das Aussehen und die Beschaffenheit des Tieres zu beschreiben. Die Antworten fielen entsprechend unterschiedlich aus, je nachdem, welches Körperteil der Blinde zu fassen bekam: wie eine Säule sei der Elefant… wie ein Sessel… wie ein Fächer…  Jeder der Blinden konnte aber hören, was sein Nachbar sagte und war entsetzt über die falsche Meinung des anderen. So entstand unter den Blinden ein heftiger Streit, wobei ein jeder den anderen zu überschreien versuchte, wie denn ein Elefant tatsächlich beschaffen sei.”

 

Dieses Gleichnis von Buddha wanderte schließlich von Indien durch den Orient bis nach Zentral-Anatolien, wo der Derwischmystiker Dschalal ad-Din Rumi erklärt, dass viele Wege zu Gott führen und es keine objektiv fassbare Wahrheit gäbe. Auch erklärt er, dass Dogmen eine Gefahr für die Religion seien und dass alles Trennende überwunden werden muss; nur die Liebe sei ein echtes religiöses Gefühl.Dogmen aber haben Jahrhunderte nach Buddha, Jesus und Mohammed neue Regeln für den Menschen aufgestellt, die wieder das Trennende statt das Einigende hervorheben, das Leben härter machten statt leichter. Die christliche Kirche erklärte nur wenige Jahrhunderte nach Jesus jene für Ketzer, die nicht an den Gott der Dreifaltigkeit oder den 2 Naturen Jesu glaubten. Die Sunniten unter den Moslems erklärten nur Jahrzehnte nach Mohammed den Koran für die letzte und absolut gültige Wahrheit, der nichts mehr hinzugefügt werden dürfe.

Höhlenwohnungen, Mönchsklausen : Hier verschmilzt der Mensch mit der Natur und kommt zur Ruhe

Höhlenwohnungen, Mönchsklausen : Hier verschmilzt der Mensch mit der Natur und kommt zur Ruhe

Es muss an der Landschaft liegen, dass gerade auf der kargen Hochebene Zentralanatoliens sowie in den verborgenen Höhlen Kappadokiens sich Menschen fanden, die ganz anders dachten und bis heute Maßstäbe für ein gemeinsames Leben aller Gläubigen setzten. Dschalal ad-Din Rumi, Begründer des Mevlevi-Ordens im nahen Konya, lebte vor 800 Jahren und ist bis heute einer der größten Mystiker des Islam. Yunus Emre vom Bektaşi-Orden, Mystiker und der erste Humanist der Geschichte, predigte in Hacibektaş in Kappadokien und wird bis heute nicht nur von den Türken geehrt und gefeiert. Vor über 700 Jahren erklärte er: „Suche Gott in deinem Herzen, nicht in Jerusalem oder Mekka!“ und „Wer Liebe fühlt, trägt Gott im Herzen!“ und „Viele Wege führen zu Gott!“

 

Der kappadokische Bischof Gregor von Nazianz zählt noch heute zu den größten Mystikern der Christen.

 

 

Fernab von Regeln und Dogmen scheint gerade die Landschaft Kappadokiens den Menschen mit sich und der Natur, der Welt, dem Universum und mit Gott zu versöhnen, unabhängig von der Religion!

 

 

Aus dem englischen Reiseführer von  Susanne Oberheu

tuerkei-kappadokien-kultur-wander-bildungsreise-religion

www.kappadokya-travel.com 

Thema: Geschichte, Islam | Kommentare (0) | Autor: admin

Kappadokien im März

Sonntag, 16. Januar 2011 14:21

Der mächtige Vulkan Erciyes in Kappadokien im Mai

Der mächtige Vulkan Erciyes in Kappadokien im Mai

Es werden immer wieder Rundreisen nach Kappadokien im März/April angeboten.

Vielen Besuchern ist aber nicht bewußt, dass das Klima in Kappadokien ganz anders ist als an der bekannten türkischen Reviera oder auch in Istanbul.

Kappadokien liegt 1000 m bis 1400 m über dem Meeresspiegel inmitten der kargen anatolischen Hochebene.

Das bedeutet heiße Sommermonate und sehr kalte Wintermonate.

Der Sommer kann sich durchaus mit Temperaturen um 30°C plus bis in den November hineinziehen. Dann kommt aber der Winter in der Regal mit geballter Kraft: Temperaturen von minus 20°C und hoch Schnee sind in den Monaten Januar bis März keine Seltenheit.

Der Winter zieht sich dann auch entsprechend hin. Es gab schon Schnee im Mai. Der April ist statistisch gesehen der regenreichste Monat des Jahres im sonst sehr trockenen Kappadokien. Ab Mai blüht Kappadokien auf und hat in der Regel Temperaturen von 20° bis 30°C. Juli und August sind die heißesten Monate mit durchschnittlich weit über 30°C.

Der Klimawandel hat aber in den letzten Jahren für extreme Unrelmäßigkeiten gesorgt:

Der Februar 2010 hatte frühlingshafte Temperaturen von plus 20°C statt minus 20°C. Der heiße und trockene Juni ungewöhnlich viele Regenfälle und der August 2010 war  mit 45°C plus der heißeste seit Jahrzehnten.

Wer im März oder April Kappadokien besucht, muss mit Schnee, Regen und Minustemperaturen rechnen.

Viele Wanderwege sind dann nicht mehr passierbar. Die Hotels müssen die Heizungen für ihre Gäste anschmeißen, wenn sie denn welche haben. Zu dieser Zeit sind Preise für Übernachtungen besonders günstig, da die eigentliche Saison in Kappadokien erst Ende April beginnt und dann mit einem grandiosem Herbst Ende Oktober endet.

Wer außerhalb dieser Zeiten fährt, sollte sich warm anziehen.

Susanne Oberheu

tuerkei-kappadokien-kultur-wandern-bildungs-reise-unterirdische-stadt-klima

www.kappadokya-travel.com

Siehe auch türkischen Wetterdienst für Kappadokien / Nevsehir:

http://www.mgm.gov.tr/de-DE/forecast-cities.aspx?m=NEVSEHIR

Thema: Klima | Kommentare (0) | Autor: admin

Die schönsten Fotos von Kappadokien

Donnerstag, 13. Januar 2011 22:23

Höhlenfotos gehören sicherlich zu den größten Herausforderungen in der Fotografie

Nur mit Ortskenntnisse entstehen traumhafte Fotos

... und nur mit guten Ortskenntnissen entstehen traumhafte und aussagekräftige Fotos

Auf den folgenden Websites zeigen Ihnen die weltberühmten Fotografen Ahmed Ertug und Heiner Strässer, wie sie Kappadokien durch die Linse sehen. Deren Websites haben natürlich den Anspruch hoher Bildqualität - deshalb haben Sie beim Hochladen etwas Geduld - es lohnt sich! 

Ahmet Ertug:http://www.ahmetertug.com/index-gallery-landscapes.html

Heiner Strässer:http://www.derpanoramafotograf.com/kat/kappadokien.html 

tuerkei-kappadokien-hoehlenwohnungen-hoehlen-haus-negative-architektur-moenchstal-zelve

www.kappadokya-travel.com

Thema: Freizeit, Kunst | Kommentare (0) | Autor: admin

Ein Reisebericht

Montag, 3. Januar 2011 15:55

Susanne Fuchs war Teilnehmerin an Exkursionen von Kappadokya Travel im September 2010 und schrieb diesen Reisebericht an ihre Freunde: 123                                              
Ein Höhepunkt 2010 war im September meine Reise nach Kappadokien in Zentralanatolien. Schon lange war ich interessiert an dieser außergewöhnlichen Gegend, die neben den geologischen Besonderheiten eines durch Vulkanismus und den größten Fluss der Türkei geprägten Gebietes auch unheimlich viel an Geschichte, Religion und Mystik zu bieten hat – und noch viel mehr.

Ich wollte nicht nur Sehenswürdigkeiten abklappern, sondern Natur und Kultur wirklich

hautnah erleben. Ich hatte das Glück, im Internet ein deutsches Ehepaar ausfindig zu machen, das seit mehreren Jahren in Kappadokien lebt und Individualreisen anbietet. Sie konnten alle meine Wünsche erfüllen und vielmehr meine Erwartungen noch übertreffen.

In einer sehr netten Gruppe von fünf Personen wohnten wir in deren für die Gegend typischen Höhlenhaus in der Töpferstadt Avanos, von wo aus wir mit dem Pickup unsere Touren unternahmen. Wir wanderten durch einsame Täler und konnten uns nicht satt sehen an den immer wieder andersartigen, teils skurrilen Felsformationen aus verschiedenfarbigem Gestein, geformt von Wind und Wetter. Wir erkundeten verlassene Höhlensiedlungen, die das ganze Gebiet wie einen Schweizer Käse durchlöchern und die größtenteils in den fünfziger Jahren aus Sicherheitsgründen geräumt wurden. Wir krochen und kletterten mit unseren Taschenlampen durch das Labyrinth der unterirdischen Städte und malten uns aus, wie sie schon vor Jahrtausenden vielleicht zu Verteidigungszwecken gegen vielerlei Angreifer genutzt wurden. Wir bestaunten die prachtvollen byzantinischen Malereien in den Klöstern und Höhlenkirchen und stellten uns vor, wie Christen vor ihren römischen Verfolgern Zuflucht in abgelegenen Tälern suchten. Wir wandelten auf den Spuren großer Mystiker und ließen uns bezaubern von der Atmosphäre heiliger islamischer Stätten. Wir träumten uns in die Zeit der großen Handelskarawanen, die auf der berühmten Seidenstraße durch die karge Landschaft zogen und in den Karawansereien Schutz vor Überfällen fanden. Wir schlenderten durch die Dörfer mit ihren farbenfrohen Märkten und diskutierten stundenlang in den Teehäusern und Lokantas die spannendsten Themen. Wir suchten Kontakt zu den liebenswerten Menschen und waren beglückt von deren Gastfreundschaft und Herzlichkeit. Wir genossen das noch heiße Fladenbrot aus dem glühenden Backofen, den auf offenem Feuer frisch eingekochten Traubensirup und viele weitere Köstlichkeiten. Unzählige weitere Details dieser so eindrucksvollen und bereichernden Reise könnte ich aufzählen, und doch bleibt es unmöglich, deren Faszination wirklich zu vermitteln.

S.Fuchs, Dezember 2010 Nürnberg

tuerkei-kappadokien-kultur-wander-bildungs-reise-individual

www.kappadokya-travel.com

 

Thema: Freizeit | Kommentare (0) | Autor: admin